Samstag, 02. November 2019

Expertin: Situation im Nordirak kann jederzeit eskalieren

Das deutsche Hilfswerk „Misereor“ hat vor neuen Konflikten im Nordirak gewarnt.

Es besteht weiter Gefahr vor einer Eskalation im Nordirak. Archivbild
Es besteht weiter Gefahr vor einer Eskalation im Nordirak. Archivbild - Foto: © APA/afp / ZEIN AL RIFAI

Die Region ist durch jahrelange Zerwürfnisse mit Bagdad und den Einfluss rivalisierender Milizen destabilisiert und deswegen hoch gefährdet, wie die Nahost-Expertin des Hilfswerks, Astrid Meyer, laut Kathpress am Samstag in einem Interview der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte.

Die ganze Region werde zusätzlich durch die Intervention der türkischen Armee in Syrien bedroht. Meyer hielt sich vor kurzem im Nordirak auf. Dort hatte sie sich mit lokalen Partnern von Misereor getroffen und Flüchtlingscamps im Regierungsbezirk Dohuk an der Grenze zu Syrien besucht.

Grundversorgung in den Camps sei dürftig

„Die Grundversorgung in den Camps wird immer dürftiger“, kritisierte sie. Dabei lebten dort zur Zeit immer noch rund 385.000 Binnenvertriebene. „Die Menschen bekommen nur noch gerade das, was sie zum Leben brauchen.“

Um die Lage der Vertriebenen zu verbessern, sei eine baldige Waffenruhe in der gesamten Region unabdingbar, betonte Meyer. „Diese Zeit muss dann genutzt werden, um die Voraussetzungen für humanitäre Hilfe ausnahmslos für alle Bedürftigen zu leisten.“

Das Bischöfliche Hilfswerk Misereor ist eines der größten Hilfswerke der katholischen Kirche in Deutschland und hat seinen Sitz in Aachen.

apa