Wie die Belgrader Tageszeitung „Danas“ am Samstag unter Berufung auf inoffizielle Quellen berichtete, seien die Telefongespräche der Familie Mladic fast ein Jahr lang mitgeschnitten worden, bis man zur konkreten Information über das Versteck des ehemaligen Militärchefs der bosnischen Serben, Ratko Mladic, gekommen sei.Innenminister Ivica Dacic sagte am Freitag, dass sich Mladic zumindest ein Jahr in Lazarevo, einer Ortschaft in der Vojvodina etwa 60 Kilometer nordöstlich von Belgrad, versteckt habe. Er wurde am Donnerstag im Haus seines Cousins festgenommen.Belgrad will Termin für Auslieferung Mladics geheim haltenDie serbischen Behörden wollen den genauen Termin für die Auslieferung von Mladic an das UNO-Sondertribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) geheim halten. Arbeitsminister Rasim Ljajic begründete Medien gegenüber die Entscheidung mit dem Sicherheitsrisiko. Eine Destabilisierung des Landes wegen der Festnahme von Mladic würde allerdings nicht drohen, versicherte er laut der staatlichen Presseagentur Tanjug.Erfahrungen mit der Auslieferung der Haager Angeklagten, die ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten, hat Belgrad ausreichend. Als solche galten im Juni 2001 die Überstellung des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic, später im Sommer 2008 auch jene des ehemaligen Präsidenten der Serbischen Republik in Bosnien-Herzegowina, Radovan Karadzic.Schon am Donnerstag hatten sich die Behörden eines Tarnmanövers bedient. Der Angeklagte wurde nicht in einem Spezialwagen der Polizei, sondern in einem wesentlich weniger auffallenden einfachen Dienstwagen der Behörden ins Gericht überführt.apa/dpa