Donnerstag, 03. September 2020

Fall Nawalny: Kreml weist Anschuldigungen gegen Russland zurück

Die russische Staatsführung hat Anschuldigungen zu einer möglichen Verwicklung in den Fall des vergifteten Kremlkritikers Alexej Nawalny zurückgewiesen. „Es gibt keinen Grund, dem russischen Staat etwas vorzuwerfen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Tass zufolge. Deshalb sehe er auch keinen Anlass für irgendwelche Sanktionen, die gegen Russland oder gegen die Ostsee-Pipline Nord Stream 2 verhängt werden könnten.

Nawalny befindet sich noch immer zur Behandlung in der Berliner Charité.
Nawalny befindet sich noch immer zur Behandlung in der Berliner Charité. - Foto: © APA/dpa / Kay Nietfeld
Die Bundesregierung hatte zuvor erklärt, dass ein Nervenkampfstoff der sogenannten Nowitschok-Gruppe bei Nawalny nachgewiesen worden sei ( STOL hat berichtet). Der 44 Jahre alte Nawalny ist einer der schärfsten Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Nawalnys Team geht davon aus, dass Putin den bekannten Oppositionellen ausschalten wollte.

Keine Erklärung oder Gespräche geplant

Kremlsprecher Peskow sagte weiter, dass der Fall niemandem Vorteile bringe. „Ich glaube nicht, dass das für irgendjemanden nützlich ist – wenn man ganz nüchtern auf das Geschehene blickt.“ Es gebe keinen Anlass für eine Erklärung des Staatschefs, zudem seien auch keine Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu geplant.

Nawalny ist seit einem Inlandsflug in Sibirien vor 2 Wochen im Koma. Dort war er sowohl zu Recherchen für seinen Anti-Korruptionsfonds als auch für die anstehenden Regionalwahlen unterwegs.

dpa