Donnerstag, 02. April 2020

Familien alleine zu Hause

Die Fachstelle Familie im Forum Prävention und das Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren Südtirols fordern, dass in den aktuellen und zukünftigen Diskussionen die Herausforderungen der Familien nicht vergessen werden.

Manuela Lechner von der Fachstelle Familie im Forum Prävention.
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Manuela Lechner von der Fachstelle Familie im Forum Prävention. - Foto: © 0skarDaRiz
Einige Familien trifft diese Zeit nämlich besonders schwer: enger Wohnraum, Existenzsorgen, Ängste, Konflikte, Gewalt, Eltern die in der Betreuung ihrer Kinder auf sich alleine gestellt sind, Überforderung durch die Hausaufgaben, Stress durch Homeworking, große Zusatzbelastung für Familien die Senioren, Angehörige mit einer Beeinträchtigung oder psychischen Erkrankung betreuen u. v. m.
„Es ist eine besondere Zeit mit besonderen Herausforderungen. Das Thema Familie braucht die nötige Aufmerksamkeit. Besonders wenn die Situation noch weiter anhält – was durchwegs realistisch ist – braucht es kreative Lösungen und eine ressourcenorientierte Herangehensweise.“, so Sandra Moszner, Präsidentin des Netzwerkes der Eltern-Kind-Zentren Südtirols.

Auch die Organisation der Kinderbetreuung in den Sommerferien bereitet vielen Familien bereits jetzt große Sorgen. Noch weiß niemand, wie lange die derzeitigen Maßnahmen andauern. Der Urlaub bzw. die Elternzeit werden teilweise bereits jetzt aufgebraucht. Gleichzeitig werden sich einige Eltern in der aktuellen Situation die Sommerangebote aber nicht leisten können. Wie also über die Sommerferien überbrücken?
Hier könnte man beispielsweise auf Personal aus dem Kindergarten- und Schulbereich oder den Nachmittagsbetreuungen zurückgreifen. „Leerstehende“ Strukturen hat die öffentliche Hand in den Sommermonaten ja zu Hauf. Alternativ könnte man über eine Verkürzung der Ferienzeiten nachdenken. Auch wenn bisher nie dagewesenes nicht diskutierbar scheint, lohnt es sich im Sinne des Zusammenhalts der gesamten Gesellschaft unkonventionell zu denken und neue Möglichkeiten auszuloten.

Was die finanziellen Sorgen und Nöte von Familien betrifft geht ein Appell an die Politik. „Es braucht jetzt es schnelle und unbürokratische Hilfe für Familien, auch im Bereich der finanziellen Sozialhilfe“, so Manuela Lechner vom Forum Prävention. „Es ist wichtig, dass die verschiedenen Bereiche Soziales, Kleinkindbetreuung und Wirtschaft ihre Maßnahmen aufeinander abstimmen, geeignete Unterstützungsleistungen auf den Weg bringen und die entsprechenden Informationen zielgerichtet bei den Eltern ankommen.“

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pm/stol

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