Mittwoch, 22. April 2020

Familienfeiern: Erste Lockerungen wohl im Mai

Bei der virtuellen Medienkonferenz standen am Mittwoch Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Thomas Widmann Rede und Antwort.

(v.l.) Landesrat Widmann und Landeshauptmann Kompatscher.
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(v.l.) Landesrat Widmann und Landeshauptmann Kompatscher. - Foto: © youtube / screenshot
„Die heutigen Zahlen geben uns positive Signale“, sagte Landesrat Widmann gleich zu Beginn. Trotzdem werde es noch keine Entwarnung geben. „Das was wir heute sehen ist immer noch die Fotografie von vor 2 Wochen. Das Grundziel war den Kollaps im Gesundheitssystem zu vermeiden. Wir hatten 35 Intensivbetten, jetzt sind es 90.“ In der Gesundheitspolitik gehe es laut Widmann langsam in Richtung Normalität, vor allem in den kleinen Spitälern. „Kein Virologe, kein Politiker wird uns vor der 2. Welle schützen können, wenn wir nicht lernen mit dem Virus das tägliche Leben zu meistern“, warnte Widmann, „jeder einzelne Bürger ist verantwortlich, dass wir keine 2. Welle bekommen“. Eine 2 Welle wäre laut Widmann nicht mehr kontrollierbar, die Ausgangssperren und Betriebsschließungen könnten dann sehr lange dauern.

Landeshauptmann Kompatscher dankte den dem Personal im Gesundheitssystem, „auch wenn wir die Krise noch nicht überstanden haben.“ Außerdem berichtete der Landeshauptmann, dass er ein Dankesschreiben an Österreich und Deutschland verschickt hat, beide Länder haben bzw. hatten Intensivpatienten aus Südtirol aufgenommen und behandelt. „Alle fragen sich, wann geht’s wieder normal weiter? Die Antwort ist klar: Das hängt von uns allen ab. Wenn wir ohne Regeln weitermachen, dann wird es rasch wieder einen Lockdown geben“, so der LH. „Schon jetzt halten sich sehr viele, auch in den Betrieben, an die Vorschriften. Allerdings mussten wir auch schon eingreifen, weil die Regeln in einigen Betrieben nicht eingehalten wurden“. „Abstand halten, Mund und Nase bedecken sowie Hände waschen werden mit der zunehmenden Öffnung immer wichtiger werden“, mahnte der Landeshauptmann.

Was die kommende Phase 2 betrifft erklärte Kompatscher, dass eigentlich der Staat nur die Rahmenrichtlinien vorgeben wollte und die Regionen bzw. Provinzen können die Details frei entscheiden. „Nun schaut es wieder nach einer zentralistischen Regelung aus“, so der Landeshauptmann, der sich weiter für eine dezentrale Lösung einsetzen will.

Schutzausrüstung Mangelware

Dazu erklärte Landesrat Widmann: „Wir haben die Schutzausrüstung im Keller, aber wegen bürokratischer Hindernisse dürfen wir sie nicht verwenden. Da fehlt es an Hausverstand, denn eine nicht-zertifizierte Schutzausrüstung ist immer besser als gar keine Schutzausrüstung. Jetzt müssen uns Trient und Nordtirol aushelfen, denn der nationale Zivilschutz kann auch nicht genug Material liefern“.

Abschließend ging Landeshauptmann Kompatscher auf das Thema Familienfeiern ein: „Es wird auch bei Hochzeiten und Beerdigungen demnächst Lockerungen geben, wenn auch mit Vorschriften. Auf jeden Fall würde ich die Hochzeitsvorbereitungen für den Wonnemonat Mai auf einen späteren Zeitpunkt verschieben“.




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zor

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