Samstag, 12. Dezember 2020

Festnahmen bei neuen Protesten im Osten Russlands

Gut 5 Monate nach der Inhaftierung des Ex-Gouverneurs von Chabarowsk dauern die Moskau-kritischen Proteste im äußersten Osten Russlands an – allerdings mit deutlich geringerem Zulauf.

Ein Plakat bei einem Protest zur Freilassung Furgals  im Juli.  Archivbild
Ein Plakat bei einem Protest zur Freilassung Furgals im Juli. Archivbild - Foto: © APA (AFP) / ALEKSANDR YANYSHEV
Nach Angaben der Behörden zogen am Samstag 80 Menschen mit Transparenten und Plakaten durch die Stadt Chabarowsk an der Grenze zu China. Es war der mittlerweile 23. Protestsamstag infolge. Das Bürgerrechtsportal Owd-Info zählte mindestens 7 Festnahmen.

Der frühere Gouverneur Sergej Furgal sitzt seit Anfang Juli in Moskau in Haft. Gegen den Politiker der Liberaldemokratischen Partei (LDPR) des Ultranationalisten Wladimir Schirinowski wird wegen Beteiligung an Auftragsmorden vor rund 15 Jahren ermittelt. Der 50-Jährige bestreitet die Vorwürfe vehement. Die Demonstranten in Chabarowsk halten das Vorgehen der Justiz für politisch motiviert.

Seit der Inhaftierung kommt es in der Stadt nahe der Pazifik-Küste regelmäßig zu Protesten. Zu Spitzenzeiten beteiligten sich Zehntausende daran. Seit Wochen gehen die Teilnehmerzahlen aber deutlich zurück. Am Samstag herrschte in Chabarowsk mit minus 14 Grad strenger Frost. Die Demonstranten fordern einen fairen Prozess für Furgal. Die Proteste richten sich aber auch gegen einen zu großen Einfluss Moskaus auf die gut 6.000 Kilometer entfernte Region.

apa/dpa

Schlagwörter: