<BR />Sauer stößt auf, dass die SVP-Spitze bei der Veranstaltung der Schützen durch Abwesenheit glänzte. „Es wird zu reden sein, wie es mit der SVP im Bezirk weitergeht. Wir können uns nicht nur abwatschen lassen“, so Bürgermeister Michael Epp.<BR /><BR />Im Unterland jagt derzeit eine Sitzung die andere. Gestern Abend tagte der SVP-Bezirksausschuss, am Donnerstag tritt er im Beisein von SVP-Obmann Dieter Steger erneut zusammen und am 24. August berät der Parteiausschuss über die umstrittene Wahlrechtsreform. <BR /><BR />Für Zündstoff ist gesorgt, denn jetzt machen die Gemeinden mobil. Tramin (auf Antrag der Süd-Tiroler Freiheit), Kurtatsch und Truden (Antrag der SVP-Bürgermeister) haben bereits beschlossen, alle anderen Gemeinden des Unterlandes und Überetsch folgen dieser Tage, und zwar mit der Forderung, die Teilung des Unterlandes im Senat zu verhindern. <BR /><BR />Dazu soll ein Antrag auf Streichung der von Alessandro Urzi in der Kammer erreichten Neuerung eingebracht werden – was die SVP-Senatoren bereits mit geringer Aussicht auf Erfolg getan haben. Schwerer wiegt deshalb die Forderung der Bürgermeister an ihre Partei, im Senat gegen die gesamte Wahlreform zu stimmen. <BR /><BR />Das dürfte Steger & Co. noch in Schwierigkeiten bringen. Die SVP sichert mit Reform und Notenwechsel zwischen Rom und Wien erstmals ihre drei Sitze in der Kammer international ab. Schwer vorstellbar, da am Ende gegen das Gesetz zu stimmen.<h3> Heftiger Gegenwind der SVP-Bürgermeister</h3>Vorerst aber heizen die Bürgermeister ihrer Partei kräftig ein. „Die Aldeiner müssen künftig einen Pusterer ankreuzen, die Traminer eine Burggräflerin. Wir Unterlandler haben oft bewiesen, auch einen Italiener zu unterstützen. Mit dieser Reform können die Unterlandler aber nie mehr gemeinsam einen Unterlandler wählen. Dagegen wehren wir uns“, so Karin Jost.<BR /><BR />In Truden sei sein Antrag auch von der italienischen Bürgerliste mitgetragen worden, so Michael Epp. Die Reform ergebe „null Sinn“ und schränke das Wahlrecht ein. Zudem sei über die Zukunft der SVP im Unterland zu reden. „Wir haben oft den Kürzeren gezogen und können uns nicht nur abwatschen lassen“, so Epp. <BR /><BR />Hinter vorgehaltener Hand stößt vielen sauer auf, dass an der Veranstaltung der Schützen Luigi Spagnolli, Luisa Gnecchi und Brigitte Foppa teilnahmen, die SVP-Spitze aber fehlte. Offen sagt dies Manfred Mayr (Kurtinig). „Wir halten den Kopf hin und wehren uns gegen die Teilung des Unterlandes, doch Steger und Stauder fehlen. Das kann es nicht sein.“ Mayr teilt aber auch an die Süd-Tiroler Freiheit aus. „Wer 2022 bewusst darauf verzichtet hat, sich selbst um eine Vertretung Südtirols und des Unterlandes in Rom zu bemühen, besitzt wenig Glaubwürdigkeit, wenn er sich heute als Verteidiger eben dieser Vertretung aufspielt.“<BR /><BR />Mit der Teilung des Senatswahlkreises Bozen Unterland wechseln Kaltern und Eppan zum Senatswahlkreis Burggrafenamt Vinschgau. Kommende Woche wird sich auch der Gemeinderat von Eppan mit dem Antrag der SVP-Bürgermeister befassen. „Für uns ist die Veränderung weniger einschneidend, wir sind aber mit dem Unterland solidarisch“, sagt Lorenz Ebner.<BR /><BR />Den Kampf fast schon aufgegeben zu haben scheint SVP-Bezirksobmann Norbert Mayr. „Es geht uns um ein klares Signal an die Bevölkerung, dass wir gegen die Teilung sind.“ Allerdings sei das Unterland nur ein kleiner Teil des großen Ganzen und „nicht kriegsentscheidend.“ Dass die Parteispitze durch Abwesenheit glänzte, entschuldigt er. „Die Schützen hätten Steger eh nicht reden lassen.“ <h3> Brief nach Wien jetzt bei Giorgia Meloni</h3>Die SVP konnte in der Kammer nicht verhindern, dass der Senatswahlkreis Bozen/Unterland so verkleinert wird, dass ein Italiener nach Rom gewählt wird. Sie schlug sich aber heraus, dass die Wahlrechtsreform nach Wien übermittelt wird, womit erstmals die drei Sitze der deutschen Minderheit in der Kammer abgesichert werden. Laut Obmann Dieter Steger sei der Text mit der SVP akkordiert und „ein guter“. Er liege jetzt nicht mehr beim Außenministerium, sondern bei Premierministerin Giorgia Meloni.