"Hier geht es um die Glaubwürdigkeit der internationalen Gemeinschaft. Wenn wir nicht rasch ein Sanktionenpaket beschließen können, bezeugen wir unsere Schwäche“, erklärte Außenminister Franco Frattini am Mittwoch bei einem Seminar in Rom.„Wir wollen, dass der Iran wieder Verhandlungen aufnimmt und deshalb müssen wir Zusammenhalt beweisen. Wenn wir uns spalten, wird der Iran weiterhin Uran anreichern“, meinte Frattini. Er kündigte an, dass die italienische Botschaft in Teheran nach der Demonstrationen einer Gruppe gewalttätiger Milizionäre gegen Regierungschef Silvio Berlusconi nicht geschlossen werde. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Botschaft sollen verschärft werden.Eine Woche nach dem Besuch Berlusconis in Israel war Italiens Botschaft in Teheran am Dienstag ins Visier wütender Demonstranten geraten. Sie skandierten Slogans wie „Tod für Italien“ und „Tod für Berlusconi“. Mit Steinen versuchten sie, in die Botschaft einzudringen. Nur dank der iranischen Polizei sei größerer Schaden verhindert worden, sagte Frattini. Nach 20 Minuten verließen die Demonstranten die italienische Botschaft. Der Protest wurde vor den Vertretungen Deutschlands, der Niederlanden und Großbritannien fortgesetzt.Frattini kündigte an, Italien werde am Donnerstag keinen Botschaftsvertreter zu den Feiern anlässlich des Jahrestags der islamischen Revolution von 1979 entsenden. Das iranische Außenministerium hatte am Sonntag den italienischen Botschafter in Teheran, Alberto Bradanini, einbestellt. Dem Botschafter wurde ein offizieller Protestbrief wegen Berlusconis Ansprache vor dem israelischen Parlament übergeben, in der der Premierminister Israel als „Beispiel für Freiheit und Demokratie“ bezeichnet hatte.Der Sprecher der Berlusconi-Partei PDL, Daniele Capezzone, verurteilte den Protest in Teheran. „Dieser Angriff bezeugt, wie gewalttätig und zugleich schwach das Regime in Teheran ist. Die Diktatur stützt sich auf Repression und Gewalt, sie hat aber bereits in den Herzen der Iraner jegliche Glaubwürdigkeit verloren, die Freiheit, Demokratie und Menschenrechte suchen“, meinte Capezzone. Die Unterstaatssekretärin im Außenministerium Stefania Craxi appellierte an die internationale Gemeinschaft, den Zusammenhalt gegen den Iran zu bewahren. „Ansonsten werden die Sanktionen gegen Teherans Atompolitik keine Wirkung haben“, so Craxi.