„Sie fragen, wie es weitergeht. Ich gehe jetzt nach Hause. Aber morgen (heute, A. d. R.) werde ich wieder hier sein, um weiterzukämpfen, um mich weiterhin für unsere Sache einzusetzen“, so Fini in einer ersten Stellungnahme nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses in der Abgeordnetenkammer. „Ich habe verloren, dieser Punkt geht an Berlusconi“ „Ich habe verloren. Dieser Punkt geht an Silvio Berlusconi. Aufgeben will und werde ich trotzdem nicht“, beharrte er. In die Niederlage mischte sich neben Enttäuschung und Wut auch Bitterkeit. Bitterkeit über Anhänger, die ihn und den gemeinsamen politischen Kampf in der letzten Minute verrieten. So stimmten die beiden PDL-Abgeordneten Catia Polidori und Anna Maria Siliquini – letztlich doch für Berlusconi und sicherten ihm damit die Macht. Auch Silvano Moffa fiel Fini in den Rücken. Dass ihm einige Anhänger untreu werden könnten, diesen Verdacht hatte Fini bereits zwei Tage vor der Abstimmung gehegt. Trotzdem hatte er gehofft, dieses Szenario abwenden zu können und hatte an die Einigkeit appelliert. Spott für Fini PDL-Anhänger verspotteten den Kammerpräsidenten nach dem gescheiterten Misstrauensvotum und forderten seinen Rücktritt. Wortlos schritt er an ihnen vorbei, die Spannung war ihm ins Gesicht geschrieben. „Diese Regierung ist gescheitert“Den Emotionen ließ er keinen freien Lauf, ruhig versuchte er die, auch seine, Niederlage zu analysieren: „In einer Woche, bereits in sieben Tagen, werden wir sehen, was uns dieses Abstimmungsergebnis bringt. Diese Regierung ist gescheitert“, so Fini. „Casini kennt Berlusconi“Er will sich nun gemeinsam mit seinen verbliebenen Anhängern, die er gestern immer wieder versuchte zu trösten, beraten. Gespräche führen will er auch mit UDC-Leader Pier Ferdinando Casini. Der Kammerpräsident glaubt nicht, dass Casini mit Berlusconi gemeinsame Sache machen wird. „Casini kennt Berlusconi. Er ist nicht so wankelmütig und politisch unbegabt, um sich mit dem Regierungschef an einen Tisch zu setzen“, zeigte er sich überzeugt. „Berlusconi sitzt auf einem Pferd, dessen Ziel er nicht kennt“Er selbst will weiterarbeiten – am Aufbau einer neuen Mitte-Rechts-Bewegung in Italien. „Diese Arbeit setze ich fort, sie wird vielleicht von einigen Dämpfern, einigen Stopps begleitet sein, aber auch von Entwicklungsschüben.“ Denn: Italien werde von einem Mann regiert, der zwar sehr gut sei in seinen Rollenspielen. Aber: „Berlusconi sitzt aber auf einem Pferd, dessen Ziel er nicht kennt.“ joi