Die 34 Abgeordneten und zehn Senatoren, die mit Fini im Parlament die Rechtsfraktion „Futuro e Libertà per l'Italia“ (FLI) aufgebaut haben, wollen sich zu einer neuen Partei aufwerten. Am Dienstagnachmittag wird ein Gründungskomitee eingerichtet, das die neue Partei aus der Taufe heben soll. Am Mittwoch werden die „Finianer“ beginnen, ein politisches Manifest der neuen Partei zu verfassen, das am 6. und 7. November in Perugia vorgestellt werden soll. Die offizielle Parteigründung ist für Anfang Jänner 2011 in Mailand geplant.Fini wird nach seinem eklatanten Koalitionsbruch mit Premierminister Silvio Berlusconi im Juli nicht persönlich die Führung der neuen Partei übernehmen, da er vorerst Präsident der Abgeordnetenkammer bleiben will. Das Ruder der Gruppierung wird Indiskretionen zufolge Italo Bocchino übernehmen, der bereits Fraktionschef der Fini-Gruppe in der Abgeordnetenkammer ist. Sollte das Kabinett Berlusconi wegen Uneinigkeiten in der Regierungskoalition stürzen und es zu vorgezogenen Parlamentswahlen kommen, würde Fini die Führung seiner Partei übernehmen. Laut Umfragen könnte die neue Fini-Partei auf circa sechs Prozent der Wählerstimmen kommen und damit wahrscheinlich allfällige Wahlhürden meistern.Die Stimmen der „Finianer“ sind für Berlusconi lebenswichtig, um weiterregieren zu können. Zwar hat die Fini-Fraktion dem Premierminister vergangene Woche sein Vertrauen ausgesprochen, doch in Rom wird jetzt nicht über die Umsetzung des Regierungsprogramms, sondern um die Dauer der Legislaturperiode diskutiert. Innenminister Roberto Maroni, Spitzenpolitiker der mit Berlusconi verbündeten Lega Nord, bekräftigte am Montag, dass es bereits im März zu Neuwahlen kommen könnte, sollte sich das Kabinett wegen der Risse in der Mitte-Rechts-Allianz als regierungsunfähig erweisen.Die Anhänger Finis erklärten sich für eine Übergangsregierung mit der Aufgabe, das Wahlgesetz zu ändern, sollte die Regierung stürzen, weil die Lega Nord auf Neuwahlen drängt. „Die Lega hofft auf vorgezogene Parlamentswahlen, um Berlusconis Partei Stimmen zu entziehen“, sagte Bocchino.Neuwahlen bevorzugt auch der Oppositionspolitiker Antonio Di Pietro. „Damit könnten wir dem Land endlich eine Regierung geben, die an die Bürger und nicht an die persönlichen Angelegenheiten des Premierministers denkt“, so Di Pietro. apa