Die von der Landesregierung auf den Weg gebrachte Durchführungsbestimmung erlaubt es dem Staat, in Notsituationen vorübergehend vom Proporz abzuweichen, um Dienste aufrechtzuerhalten, obwohl sich keine oder kaum deutsche Bewerber finden. <h3> Wo die Lage besonders brenzlig ist</h3>Besonders akut ist die Lage bei Zoll und Agentur für Einnahmen, was auch Auswirkungen auf das Finanzsystem des Landes hat, das an Steuereinnahmen beteiligt ist.<BR /><BR />Abgewichen darf laut Senator Meinhard Durnwalder aber nur innerhalb festgelegter Grenzen werden: Es darf sich nur um befristete Arbeitsverhältnisse handeln, das Einvernehmenskomitee muss die Ausnahmesituation feststellen und das Personal muss auf jeden Fall über den Zweisprachigkeitsnachweis verfügen. „Mir wäre lieber, die neue Norm käme nicht zur Anwendung. Es wäre besser, die Dienste ans Land zu delegieren. Das würde das Problem lösen“, meint Durnwalder.<h3> Kompatscher: „So wird Proporz bewahrt</h3> “<BR /><BR />Freilich weicht auch das Land selbst oft vom Proporz ab, wie im Gesundheitswesen, wenn deutsche Pfleger fehlen. „Eben weil das in der Praxis so ist, habe ich verlangt, dass dies endlich als Ausnahme festgehalten wird“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher. <BR /><BR />Ob beim Staat, der Post oder wo immer: Es gelte zu vermeiden, dass morgen jemand die Behauptung aufstelle, der ethnische Proporz gelte in Südtirol nicht mehr, weil ihn das Land selbst missachte, um Dienste aufrechtzuhalten. „Indem wir die Ausnahme ausdrücklich vorsehen, wird das Prinzip des Proporzes geschützt und bewahrt“, betont Landeshauptmann Kompatscher.