Montag, 15. Juli 2019

„Fliegender Mann“ Hauptattraktion bei Militärparade in Paris

Ein „fliegender Mann“ ist in diesem Jahr zur Hauptattraktion bei der traditionellen Militärparade zum Nationalfeiertag am 14. Juli in Paris geworden. Der französische Jetski-Rennfahrer Franky Zapata flog am Sonntag auf einer Mini-Plattform – dem sogenannten Flyboard Air – über den Boulevard Champs-Elysées.

Ein beliebtes Fotomotiv: Franky Zapata flog über den Köpfen vieler Zuschauer hinweg.
Ein beliebtes Fotomotiv: Franky Zapata flog über den Köpfen vieler Zuschauer hinweg. - Foto: © APA/AFP

Dem Spektakel wohnten auch Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere EU-Staats- und Regierungschefs bei, die der französische Präsident Emmanuel Macron zu der Parade eingeladen hatte.

Der mit schwarzer Uniform und einem Helm bekleidete Zapata drehte gut eine Minute lang eine Runde über den Champs-Elysées – in der Nähe der Ehrentribüne mit Macron, Merkel und den anderen Gästen. Er flog in mehreren Dutzend Metern Höhe und trug in der linken Hand ein Gewehr.

Bis zu 140 km/h schnell

Das Flyboard weckt schon seit längerem das Interesse des Militärs: Angetrieben wird es durch fünf Miniatur-Düsentriebwerke, mit denen es navigiert werden kann. Auch das reglose Verharren in der Luft ist möglich. Das Flyboard Air fliegt derzeit nach Angaben des Herstellers bis zu 140 Stundenkilometer schnell, erreicht eine Höhe von 150 Metern und kann eine Nutzlast von 100 Kilogramm tragen.

Nicht Panzer oder Drohnen waren die Hauptattraktion der Parade in Paris, sondern das Flyboard Air. - Foto: afp 

Die Füße des Piloten sind wie auf einem Snowboard befestigt, ein Algorithmus stabilisiert das 20 Kilogramm schwere Flyboard laut dem Hersteller. Selbst ein Triebwerksschaden kann dem Flyboard laut Herstellerangaben nichts anhaben: Falle ein Triebwerk aus, könne der Pilot seinen Flug problemlos fortsetzen, fielen zwei aus, beginne das Brett mit einem kontrollierten Sinkflug. 

Geflogen werden kann das Flyboard derzeit jedoch nur in den USA, dort ist es als Ultraleichtflugzeug zugelassen. Mit 110 bis 115 Dezibel ist es nicht gerade leise - soll dafür jedoch auch bei schlechtem Wetter fliegen können, da es keine Wind- oder Sichtbeschränkungen wie bei Helikoptern oder Flugzeugen gebe.

Nur maximal 10 Minuten Flugzeit - vorerst

Der bislang größte Nachteil ist die geringe Reichweite: Nach maximal 10 Minuten ist der rund 20 Liter große Kerosinvorrat an Bord erschöpft, räumt Zapatas Firma ein. Die Flugzeit soll allerdings bald auf eine halbe Stunde, die Höchstgeschwindigkeit auf 200 km/h und die maximale Flughöhe auf 3000 Meter steigen.

Entwickelt wurde das Gerät von Zapatas Unternehmen. Es baute die sogenannten Flyboards zunächst für den Wassersport, bevor es sich auf Fluggeräte spezialisierte. Der 40-Jährige ist Weltmeister im Jetski und betreibt inzwischen hauptberuflich seine Firma Zapata.

apa/afp

stol