Mittwoch, 23. November 2016

Flüchtling von Zug überrollt: „Können das nicht akzeptieren“

Ameil Temergen, 17 Jahre alt, hatte alle Grausamkeiten schon überlebt: Er hatte die Diktatur erlebt, die Unterdrückung, die Flucht. Am Bahnhof Bozen fand er am Montag seinen Tod. Am Abend wurde Ameil Temergen aus Eritrea von einem Zug überrollt und getötet. Landtagspräsident Roberto Bizzo klagt an.

Ameil Temergen wurde am Montagabend von einem Zug erfasst und getötet. - Foto: DLife/lo
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Ameil Temergen wurde am Montagabend von einem Zug erfasst und getötet. - Foto: DLife/lo

„Es ist eine schmerzliche Erkenntnis, dass wir nicht imstande waren, einen 17-jährigen Flüchtling aus Eritrea zu schützen“, heißt es in einer Mitteilung, die Landtagspräsident Bizzo am Mittwoch an die Medien schickte. „Einen Jungen im Alter unserer Kinder und Enkel, der aber nicht wie sie zur Schule gegangen ist und vielleicht über die vielen Hausaufgaben gestöhnt hat, sondern das Frei-Sein von Diktatur und Unterdrückung gesucht hatte.“

„Der absurde Tod zwingt uns zum Nachdenken darüber, ob wir nicht mehr tun müssen", meint Bizzo. Das Land tue bereits jetzt viel für die Aufnahme der Flüchtlinge, aber es werde "eine Anstrengung mehr" brauchen, eine, die mehr auf Humanität als auf Vorschriften baue. „Wir können es nicht akzeptieren, dass, nur zwei Schritte von den Weihnachtsmarktständen entfernt, Menschen in Not sich selbst überlassen sind, frieren und ihr Leben riskieren für ein besseres Schicksal“, betont der Landtagspräsident.

Diese Frage werde sicherlich Thema der Landtagssitzung in der kommenden Woche werden.

Montagabend: Mann von Zug überrollt

Der tödliche Unfall am Bozner Bahnhof ereignete sich am Montagabend gegen 20.15 Uhr. Ein Regionalzug, der in Richtung Meran unterwegs war, erfasste Ameil Temergen, einen 17-Jährigen aus Ostafrika, voll. Der junge Mann war auf der Stelle tot (STOL hat berichtet).

stol

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