44 Wohnungen sind sofort bezugsbereit, 22 zu einem späteren Zeitpunkt. Für jene 28 Gemeinden, die bisher keine Wohnungen fanden, erfolgt im Sommer ein zweiter Aufruf, sagt Pamer.<BR /><BR /> Integration gelingt in kleinen Einheiten besser. Dieser Gedanke stand hinter dem Projekt „Wohnen und Integration“, mit dem 94 Flüchtlingsfamilien, die in Hotels und Aufnahmezentren in Bozen mehr schlecht als recht untergebracht sind, in 94 Gemeinden verlagert werden sollen. Wer was zahlt und wie viele Unterkünfte sich finden, sorgte für monatelange Polemiken – bis zu Angriffen mit Morddrohungen gegen Landesrätin Rosmarie Pamer.<BR /><BR />Am 1. Juni ist die Frist für Rückmeldungen aus den Gemeinden abgelaufen – und jetzt ist die Katze aus dem Sack: 66 und damit 70,2 Prozent der angesprochenen Gemeinden gaben positive Rückmeldung. 44 und damit zwei Drittel der Wohnungen sind sofort bereit, sodass die Verlegung der Familien im Sommer über die Bühne gehen kann. „Dabei nehmen meine Ämter in Absprache mit den Sozialdiensten Bozen sowohl Rücksicht auf die Bedürfnisse der Familien, wie zum Beispiel einen bestehenden Arbeitsplatz“, sagt Pamer. Berücksichtigt würden aber auch die Bedürfnisse der jeweiligen Gemeinden. „Etwa die Bereitschaft, im Tourismus zu arbeiten.“<BR /><BR />22 weitere Wohnungen stehen zu einem späteren Zeitpunkt bereit, weil sie entweder anzupassen sind oder erst im Laufe des Jahres frei werden. „Allemal bin ich positiv überrascht, dass sich so viele gemeldet haben. Nun kann davon ausgegangen werden, dass das Ziel, die Hotels in Bozen wieder frei werden, in absehbarer Zeit erreicht wird“, so Pamer. Derzeit leben 57 Familien mit Bleiberecht in Hotels, insgesamt sind es in Bozen über 100. <h3> 28 der betroffenen Gemeinden wurden nicht fündig </h3>Wahr ist freilich auch, dass 28 und damit ein Drittel der betroffenen Gemeinden nicht fündig wurden. Eine Liste rückt Pamer nicht heraus. „Auf Wunsch der Bürgermeister, die nicht medial in gut und böse eingeteilt werden wollen.“ Jede Gemeinde habe sich bemüht, die Aufrufe in Gemeindeblättern und Whatsapp-Gruppen zu veröffentlichen. „Das Bemühen war groß. Dass es nicht in allen Gemeinden auf Anhieb klappt, war angesichts der angespannten Lage am Wohnungsmarkt klar“, so Pamer. Stark unterwegs soll aber das Vinschgau sein, während aus dem Wipptal nur wenig positive Meldungen kamen.<BR /><BR />„Wir haben am Brenner und in Gossensaß bereits viele Ausländer und zudem das humanitäre Auffangzentrum für Rückweisungen aus Österreich und Deutschland. Solange die Lage ist, wie sie ist, können wir keine weiteren Ausländer aufnehmen“, sagt der Bürgermeister von Brenner, Martin Alber. Die Bürgermeister Manfred Mayr (Kurtinig) und Michael Epp (Truden) haben es per SMS, Dorfzeitung und Homepage versucht. „Gefunden haben wir trotzdem nichts“, sagen sie. Die Nachfrage sei enorm, das Angebot hinke hinterher.<BR /><BR /> In Gsies, Percha, Prettau, Rodeneck, St. Martin in Thurn, Terenten, Villanders, Graun, Martell, Schnals und Stilfs werden die Familien in Wohnungen des Wobi ohne Rangordnung untergebracht, die lange leer stehen. Bleibt zu sagen, dass das Land für das Anmieten der Wohnungen aufkommt. Gratis sind sie für die Flüchtlinge aber doch nicht. Für einen Drei-Personen-Haushalt entrichten die Migranten mindestens 120 Euro (beim WOBI tun dies 2.397 Mieter) und maximal 504 Euro. Für jede weitere Person fallen 40 Euro an. Für die Wohnnebenkosten ist selbst aufzukommen.