Dienstag, 28. April 2015

Flüchtlinge: Anlaufstelle vor Ort für eine bessere Unterstützung

150 bis 200 Flüchtlinge pro Tag durchlaufen seit einigen Tagen den Bahnhof von Bozen, um Deutschland oder andere nördliche Länder zu erreichen. Die Situation dieser Menschen und die Möglichkeiten zur Schaffung einer besseren Anlaufstelle im Bahnhofsareal waren am Dienstag Thema bei der Sitzung der Landesregierung.

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Foto: © LaPresse

"Die Flüchtlinge am Bozner Bahnhof kommen in der Regel in Gruppen zwischen 30 und 60 Personen an, sind selbstständig unterwegs und wollen so schnell als möglich Richtung Norden weiterreisen", berichtete Soziallandesrätin Martha Stocker, die sich bei mehreren Lokalaugenscheine in den vergangenen Tagen ein Bild von der Situation am Bahnhof in Bozen machen konnte.

Die Menschen befinden sich im Durchschnitt in einem relativ guten körperlichen Zustand. Die meisten Flüchtlinge werden zwischen 9 und 15 Uhr verzeichnet. 

"Da das Ziel der Personen ausnahmslos die Weiterreise ist, verbringen sie nur wenige Stunden am Bahnhof Bozen. Sie äußern auch nicht den Bedarf an einer besonderen Unterstützung oder Unterbringung. Im Sinne einer humanitären Mindestversorgung, sowie im Interesse einer möglichst geordneten Situation am Bahnhof Bozen wollen wir trotzdem für diese kurze Zeit unsere Hilfe anbieten. Die Situation ist insgesamt überschaubar und unter Kontrolle", so Stocker.

"Jetzt gibt es die Zusage der Eisenbahn, zusätzliche Räumlichkeiten für die kurzfristigen Aufenthalte zur Verfügung stehen", konnte Landesrätin Stocker berichten.

In engem Kontakt zwischen Regierungskommissariat und Quästur, der Eisenbahn und den in der Betreuung tätigen Organisationen unter der Federführung des vom Land Südtirol beauftragten Vereins "Volontarius" arbeitet man zusätzlich an einer Verbesserung des Informationsaustausches, um frühzeitig über die Ankünfte informiert zu sein und rechtzeitig entsprechende Vorsorge treffen zu können.

LPA

stol