Mittwoch, 27. Mai 2015

Flüchtlingsströme: Bayern, Tirol und Südtirol sind gefordert

Der Austausch zwischen Bayern, Tirol und Südtirol in der Flüchtlingsfrage standen im Mittelpunkt des Besuchs der bayerischen Staatsministerin Emilia Müller in der Flüchtlingseinrichtung "Schwefelbad" in Bozen am Mittwoch, gemeinsam mit der Tiroler Landesrätin Christine Baur und der Südtiroler Landesrätin Martha Stocker.

Tirols Landesrätin Christine Baur, Staatsministerin Emilia Müller und Südtirols Landesrätin Martha Stocker
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Tirols Landesrätin Christine Baur, Staatsministerin Emilia Müller und Südtirols Landesrätin Martha Stocker - Foto: © LPA

Bei einer Medienkonferenz im Anschluss an den Rundgang in der von der Caritas geführten Flüchtlingseinrichtung "Schwefelbad" in Bozen betonten die Müller, Baur und Stocker die europäische Dimension der Flüchtlingsfrage.

"Bayern, Tirol und Südtirol sind als Länder der Nord-Süd-Achse in der Flüchtlingsfrage gleichermaßen gefordert", betonte Südtirols Landesrätin Stocker, welche eine europäische Quotenregelung als Frage der Solidarität und Solidargemeinschaft in Europa bezeichnete.

Südtirols Herausforderung liege derzeit in der Bewältigung der Situation der Flüchtlinge auf der Durchreise an den Bahnhöfen von Bozen und am Brenner, während die fixe Unterbringung von derzeit 472 Asylantragstellern im Verhältnis zu Bayern und Tirol eine sehr geringe Anzahl sei.

Südtirol bereite sich auf weitere Ankünfte vor und sei dabei, weitere Unterkünfte in den verschiedenen Bezirken zu organisieren (STOL hat berichtet).

Tirol ist vorbereitet

Die Tiroler Landesrätin Baur unterstrich die Bedeutung der europäischen Herausforderung im Umgang mit Migration und Flüchtlingsströmen und ging auf das System der Grundversorgung in Österreich ein. "In Österreich haben wir über ein Jahr lang über die Quote diskutiert", so Baur zur Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern.

In Österreich gebe es 40.000 asylsuchende Menschen, in Tirol seien es etwa 2800. "Wir rechnen jedoch mit 4200 bis zum Ende dieses Jahres", so Baur. Auf die Aussetzung des Schengen-Abkommens und die verstärkten Grenzkontrollen aufgrund des G7-Gipfels in Bayern habe sich Tirol bereits vorbereitet.

"Weltweit sind 50 Millionen Menschen auf der Flucht, eine Million wartet auf die Überfahrt über das Mittelmeer", erläuterte Müller.

In Bayern seien derzeit 60.000 Asylantragsteller untergebracht, man rechne für dieses Jahr mit weiteren 70.000 Neuaufnahmen. "Es ist eine gesamteuropäische Herausforderung, darum sind wir alle gefordert", so Müller.

stol

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