Mittwoch, 13. Mai 2020

Flüchtlingszustrom auf griechische Inseln stark reduziert

In Griechenland hat sich in den vergangenen Wochen aufgrund der Covid-19-Pandemie ein deutlicher Rückgang bei den Flüchtlingszuströmen abgezeichnet.

Die Zahlen an Migranten sind wegen der Corona-Pandemie gesunken.
Die Zahlen an Migranten sind wegen der Corona-Pandemie gesunken. - Foto: © APA (AFP) / MANOLIS LAGOUTARIS
Laut dem Ministerium für Migration und Asyl war dieser vor allem im April 2020 deutlich: Im Vergleich zum Vorjahr und auch zum Jänner 2020 reduzierte sich der Andrang um fast 98 Prozent. Im April 2019 erreichten noch 2000 Menschen die Inseln.

In diesem Jahr schafften nicht einmal 40 Migranten die Überfahrt. Anfang Mai legte dann ein Schlauchboot mit 51 Migranten auf der Insel Lesbos an. Am vergangenen Wochenende kamen 19 Iraner und Afghanen per Boot aus der Türkei.

Corona-Pandemie sorgt für Rückgang

Für den Rückgang der Migrantenzahlen machen Experten in griechischen Medien vor allem die Corona-Pandemie verantwortlich. Sie macht den Schleusern einen Strich durch die Rechnung. Wegen der Ausgehverbote in der Türkei ist es ihnen derzeit kaum möglich, unentdeckt Migranten an die Küste zu bringen.

Die Zahl der noch anhängigen Asylanträge ging im April um 12,2 Prozent zurück. Aktuellen waren laut Ministerium noch 105.501 Entscheidungen über Asylanträge ausständig, verglichen mit 120.165 im März und 126.083 im Februar 2020.

Situation nach wie vor dramatisch

Die Situation auf den griechischen Inseln ist freilich nach wie vor dramatisch. Ende April waren über 34.500 Migranten in den Hotspots auf den griechischen Inseln registriert. Das waren weniger als Ende März (rund 36.400) oder Ende 2019 (38.400). Mehrere EU-Länder erklärten sich in den vergangenen Tagen bereit, unbegleitete Minderjährige aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen.

apa/stol