Montag, 16. September 2019

Flugplatz Bozen: Land steigt aus, die Privaten ein

Ein historischer Tag für den Flugplatz in Bozen: Der Kaufvertrag für die Flughafenbetreibergesellschaft ABD Airport AG zwischen dem privaten Unternehmen ABD Holding GmbH der 3 Investoren Josef Gostner, René Benko und Hanspeter Haselsteiner und dem Land Südtirol ist seit Montagvormittag unter Dach und Fach. STOL hat am Rande der Vertragsunterzeichnung mit dem neuen Haupteigentümer der Flugplatzgesellschaft ABD, Josef Gostner, und mit Landeshauptmann Arno Kompatscher gesprochen.

Josef Gostner, René Benko und Hanspeter Haselsteiner sind nun die neuen Besitzer des Bozner Flugplatzes.
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Josef Gostner, René Benko und Hanspeter Haselsteiner sind nun die neuen Besitzer des Bozner Flugplatzes. - Foto: © LPA

Für die ABD Holding GmbH unterzeichnete Präsident Josef Gostner den Kaufvertrag, mit dem die ABD Holding GmbH hundert Prozent der Anteile an der Flughafenbetreibergesellschaft zum Ausschreibungsbetrag von 3,8 Millionen Euro zuzüglich einer vom Bieter angebotenen Erhöhung erwirbt, für das Land hingegen unterschrieb Landeshauptmann Arno Kompatscher. 

Mit der Vertragsunterzeichnung verpflichtet sich der Käufer, den Flughafen im Sinne der Konzession und der Auflagen der gesamtstaatlichen Zivilluftfahrtbehörde (ENAC) und unter deren Aufsicht zu führen. Zudem trägt die ABD Holding GmbH alle Kosten für die Führung und Verwaltung des Flughafens nach den geltenden Vorschriften einschließlich jener für Sicherheit und Lärmschutz unter Berücksichtigung des von der Luftfahrtbehörde 2013 genehmigten Masterplans. 

Steuerzahler befreit: 10.000 Euro pro Tag zahlen nun die Privaten

Kompatscher erklärt im Interview, dass die neuen Besitzer nun sämtliche Pflichten übernehmen, für sie gelten die gleichen Regeln und Einschränkungen, wie sie auch bisher gegolten haben. Vor allem aber müssen sie die Kosten tragen. „Der Flugplatz hat den Steuerzahler bisher über 10.000 Euro am Tag gekostet, künftig wird er dem Steuerzahler nichts mehr kosten, das übernehmen jetzt die Privaten“, so der Landeshauptmann. „Ab der Unterschrift ist das nun nicht mehr so“, sagt Kompatscher. Der Übergang des Flughafens bedeutet für das Land in den nächsten 5 Jahren eine Einsparung von mehr als 20 Millionen Euro. „Geldmittel, die wir in andere Bereiche investieren werden“, so der Landeshauptmann. 

„Wir werden über Einhaltung der Pflichten wachen“

Bozen werde außerdem ein „kleiner, regionaler“ Flughafen bleiben. „Darüber und dass alle Regeln aus der Konzession und aus dem Masterplan wird die Landesregierung als Aufsichtsbehörde wachen“, betonte Kompatscher in seinem Statement. 

Linie Bozen-Rom wird re-aktiviert

Wie Josef Gostner kurz nach der Vertragsunterzeichnung gegenüber STOL unter anderem erklärte, sei einer der nun folgenden Schritte die Wiedereinführung der Linie Bozen-Rom. Dies werde bis spätestens in einem Jahr passiert sein, so Gostner, der ab Montagnachmittag alleiniger Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft sein wird. Weitere Linien seien derzeit allerdings nicht geplant. Hauptstandbein des Flughafens werde weiterhin der Tourismus bleiben.

Mit 93,7 von 100 möglichen Punkten hatte das Landesamt für Finanzaufsicht am 13. Mai der Bietergruppe von Josef Gostner (52 Prozent), René Benko (24 Prozent) und Hanspeter Haselsteiner (24 Prozent) den Zuschlag für die Flugplatzgesellschaft ABD erteilt. Nachdem alle Dokumente geprüft wurden, lief seit 19. Juli die 60-Tage-Frist, innerhalb der der Landeshauptmann den Verkauf mit seiner Unterschrift notariell besiegeln muss – und machte dies am heutigen Montag, einen Tag vor Ablauf der Frist.

stol

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