Sonntag, 19. August 2018

Forum Alpbach: Naturgefahrenmanagement im Fokus der Tiroltage

Das Europäische Forum Alpbach steht in diesem Jahr unter dem Motto "Diversität und Resilienz". Euregio-Präsident und Landeshauptmann Arno Kompatscher hat es am Sonntag im Rahmen der Tiroltage gemeinsam mit seinem Tiroler Amtskollegen Günther Platter und Giuseppe Zorzi, der in Vertretung des Trentiner Landeshauptmanns Ugo Rossi nach Alpbach gekommen war, eröffnet.

Vlnr: Innsbrucks Bischof Hermann Glettler, Paolo Predella (Verein Porta Giulia-Hofer), Allegretti, Martin Reiter (Hofer-Sammlung), Zorzi, Platter, Kompatscher, Fritz Tiefenthaler (Landesschützenkommandant Tirol), Fischler - Foto: Land Tirol/Sedlak
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Vlnr: Innsbrucks Bischof Hermann Glettler, Paolo Predella (Verein Porta Giulia-Hofer), Allegretti, Martin Reiter (Hofer-Sammlung), Zorzi, Platter, Kompatscher, Fritz Tiefenthaler (Landesschützenkommandant Tirol), Fischler - Foto: Land Tirol/Sedlak

„Die Tiroltage haben sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Treffpunkt der Forschungslandschaft der gesamten Europaregion und darüber hinaus entwickelt“, betonte Kompatscher. Alpbach habe sich längst zu einem intellektuellen Zentrum der Europaregion entwickelt. Als höchst aktuell bezeichnete Kompatscher das Thema der diesjährigen Tiroltage, in deren Mittelpunkt das Naturgefahrenmanagement als gemeinsame Herausforderung in den Bergregionen stand.

„Das Naturgefahrenmanagement stellt unsere Bergregionen vor immense Herausforderungen“, sagte der Landeshauptmann. „Insbesondere Muren, Erdbeben und Hochwasser erfordern noch mehr regionale Zusammenarbeit bei der Raumplanung und der Prävention, da diese vor den Landesgrenzen nicht Halt machen“, fuhr er fort.

Von Naturkatastrophen betroffen

„Der Alpenraum ist die am stärksten von Naturkatastrophen betroffene Region Europas“, sagte auch der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter. Gleichzeitig werde viel über Digitalisierung und E-Mobilität gesprochen. Beides benötigt aber Strom. Daher gelte es, sich auch Gedanken darüber zu machen, woher die Energie der Zukunft komme und wie man sie bestmöglich speichern könne. „Wir dürfen in diesem Thinktank der Europaregion nicht nur nachdenken, sondern uns auch über Initiativen freuen, die uns gelungen sind“, sagte Platter.

Gemeinsam mit dem Präsidenten des Gemeinderates der Stadt Mantua Massimo Allegretti unterzeichneten die Vertreter der Landesregierungen die Absichtserklärung über den Bau eines gemeinsamen Euregio-Denkmals für Andreas Hofer in Mantua. Dieses soll in der Porta Giulia direkt neben dem bestehenden Andreas-Hofer-Denkmal errichtet werden, die Arbeiten sollen spätestens zum 210. Todestag von Andreas Hofer am 20. Februar 2020 abgeschlossen sein.

Gemeinsam stärker

„Gemeinsam sind wir stärker gegen aufkommende Nationalismen. Alpbach steht für einen Geist der Einheit, der keine Angst vor Unterschieden hat. Wir fühlen uns hier wie zu Hause. Auch für uns verkörpert Andreas Hofer den Wert der Freiheit. Das Trentino unterstützt eine Gedenkstätte in Mantua, die Andreas Hofer aus einem europäischen Blickwinkel beleuchtet“, sagte Giuseppe Zorzi, Direktor der Trentiner Stiftung Alcide de Gasperi. 

„Diversität ist unser Schatz und es ist daher eine politische Kernaufgabe, diesen Schatz zu hüten und zu mehren. Diversität macht uns stark, insbesondere auch gegenüber den Unwägbarkeiten, die uns die Zukunft bringen kann. Das gilt für die Folgen des Klimawandels genauso wie für den Umgang mit Populismus und fake news“, sagte Franz Fischler, Präsident des Europäischen Forums Alpbach. Auf dem Programm des Forums stehen bis zum 30. August unter anderem Gesundheitsgespräche, Technologiegespräche, Politische Gespräche, Rechtsgespräche, Wirtschaftsgespräche und Finanzmarktgespräche.

lpa/stol

stol