Samstag, 19. Oktober 2019

FPÖ legt Straches Facebook-Seite still

Die FPÖ hat nicht nur die Facebook-Seite ihres Ex-Parteichefs Heinz-Christian Strache offline genommen, sondern auch jene seiner Frau Philippa.

Heinz-Christian Straches Facebook-Account der FPÖ wurde stillgelegt.
Heinz-Christian Straches Facebook-Account der FPÖ wurde stillgelegt. - Foto: © HELMUT FOHRINGER

Der frühere FP-Obmann deutete indessen eine Rückkehr in die Politik an. „Jedes Ende ist ein neuer Anfang. Keine Sorge, ich komme nicht nur auf der Facebookfanseite wieder“, schrieb Strache am Samstag auf seiner privaten Facebook-Seite.

Herzlichen Dank an alle aufrichtigen und treuen User und Unterstützer auf meiner HC Strache Fanseite! Jedes Ende ist ein neuer Anfang. Keine Sorge, ich komme nicht nur auf der Facebookfanseite wieder 👍🏻

Pubblicato da Heinz-Christian Strache su Venerdì 18 ottobre 2019
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Zumindest unter FPÖ-Wählern könnte eine „Strache-Partei“ möglicherweise Punkten. Eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschers Peter Hajek für ATV hat nämlich ergeben, dass etwa 14 Prozent der FPÖ-Wähler „ganz sicher“ und 35 Prozent „möglicherweise“ eine Partei mit Philippa und Heinz-Christian Strache wählen würden. 19 Prozent würden das „eher nicht“ und 24 Prozent „ganz sicher nicht“ tun.
Insgesamt gaben aber nur 4 Prozent an, „ganz sicher“ für Strache stimmen zu wollen und weitere 12 Prozent „möglicherweise“.

„Das ist alles andere als eine sichere Bank“, befand Hajek in einer Aussendung: „Potenzial hat der Name Strache aber nach wie vor, insbesondere in der blauen Wählerschaft.“ Sollte die Staatsanwaltschaft in der Spesenaffäre Anklage erheben, wäre es mit der eigenen Liste aber wohl vorbei, so Hajek.
Strache hatte am 1. Oktober seinen „völligen Rückzug aus der Politik“ angekündigt. Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, der frühere FP-Chef könnte allenfalls mit einer eigenen Partei bei der Wiener Landtagswahl antreten. Ob Philippa Strache das ihr zustehende Nationalratsmandat annimmt, ist noch unklar. Sie hat sich bis kommende Woche Bedenkzeit erbeten. Die FPÖ hat aber bereits klargestellt, sie nicht in den blauen Parlamentsklub aufnehmen zu wollen.

Die FPÖ hatte Freitagnacht die Facebook-Seite ihres früheren Parteichefs Heinz-Christian Strache deaktiviert. Damit ist der Account vorerst nicht mehr erreichbar. Die von Strache geforderte Herausgabe der Administratorenrechte für die Seite verweigert die FPÖ. Damit dürfte der Konflikt ein Fall für die Gerichte werden.

Straches Seite ist mit 786.000 Fans der zweitgrößte politische Facebook-Account Österreichs hinter jenem von ÖVP-Chef Sebastian Kurz. Strache selbst wurde zuletzt „ausgesperrt“ (so Anwalt Irle) und hatte keinen Zugriff mehr auf die von sieben Administratoren verwaltete Seite. Aber auch die FPÖ bespielte sie nicht mehr aktiv - der letzte Beitrag ist am 2. Oktober erschienen.
Mit der Stilllegung ist die Seite nicht mehr erreichbar. Grundsätzlich erlaubt Facebook allerdings die Wiederherstellung eines deaktivierten Accounts.

apa