Seit Sonntag blockieren Siedler im Dorf Kusra nahe der palästinensischen Stadt Nablus im Norden des Westjordanlands palästinensische Häuser, darunter eines im Besitz eines Mannes, der auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt. Bewohner berichteten, sie seien von Lebensmitteln und anderen Versorgungsgütern abgeschnitten. Trotz mehrerer Versuche der israelischen Armee, gegen die Siedler vorzugehen, zogen diese sich Augenzeugenberichten zufolge bisher nicht zurück.<BR /><BR />Die Belagerung der palästinensischen Häuser hatte unter anderem eine ungewöhnlich scharfe Kritik des US-Botschafters in Israel hervorgerufen. Der sonst als Befürworter israelischer Siedlungen bekannte Mike Huckabee sprach von einer „schrecklichen Terrortat“ und nannte die Vorkommnisse „widerlich“. Das Verhalten der Siedler bezeichnete er als „Rowdytum“.<h3> Seit 1967 besetzt</h3>Israel hält das Westjordanland seit 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach internationalem Recht illegal sind. Unter Regierungschef Benjamin Netanyahu hat Israel den Siedlungsbau im Westjordanland stark vorangetrieben.<BR /><BR />Seit dem Großangriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich auch die Lage im Westjordanland deutlich verschärft, wo extremistische Siedler vielfach gegen palästinensische Bewohner vorgehen. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen wurden seither mehr als Tausend Palästinenser und Dutzende Israelis getötet.