Mittwoch, 11. November 2020

Frankreich: Verletzte bei Anschlag auf Gedenkfeier in Saudi-Arabien

Bei einem Anschlag auf eine Feier zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg in Saudi-Arabien, an der unter anderem die französische Auslandsvertretung beteiligt war, sind mehrere Menschen verletzt worden.

Der französische Premier Emmanuel Macron hat währenddessen bei einer Zeremonie in Paris teilgenommen.
Der französische Premier Emmanuel Macron hat währenddessen bei einer Zeremonie in Paris teilgenommen. - Foto: © APA/afp / YOAN VALAT
Der Sprengstoffanschlag habe sich während der Veranstaltung auf einem nicht-muslimischen Friedhof der saudischen Hafenstadt Dschidda ereignet, die an den Waffenstillstand vom 11. November 1918 erinnert habe, teilte das französische Außenministerium am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Paris mit. Frankreich verurteile dieses „feige Attentat“. Bei der Feier seien auch weitere ausländische Konsulate eingebunden gewesen.

Anschlag „aufs Schärfste“ verurteilt

In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten die Botschaften der USA, Frankreichs, Griechenlands, Italiens und des Vereinigten Königreichs den Anschlag „aufs Schärfste“. „Solche Angriffe auf unschuldige Menschen haben keine Rechtfertigung“, hieß es. Man wünsche den Verletzten eine baldige Genesung. Die deutsche Botschaft in Riad schloss sich in den sozialen Medien „voll und ganz“ der Erklärung an. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, es seien keine Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter der Botschaft oder des Generalkonsulats in Dschidda vor Ort gewesen.

„Feiger Angriff“

Einem Sprecher der Region Mekka zufolge wurden bei dem „feigen Angriff“ ein Mitarbeiter des griechischen Konsulats und ein saudischer Sicherheitsbeamter leicht verletzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA berichtete. Dschidda liegt in der Region Mekka.

Saudische Sicherheitsbehörden hätten den Bereich um den Friedhof herum nach der Explosion abgesperrt, berichtete der staatliche Fernsehsender al-Echbaria. Der Sender zeigte Filmmaterial aus der Umgebung des Friedhofs und nannte die Lage stabil. Die saudischen Behörden führten Untersuchungen zu den Umständen des Vorfalls durch, hieß es vage.

Der Erste Weltkrieg (1914-1918) gilt als ein Wendepunkt der neueren Geschichte. Es starben fast 9 Millionen Soldaten und mehr als 6 Millionen Zivilisten. Der Waffenstillstand der Westmächte mit Deutschland war am 11. November 1918 in einem Wald bei Compiègne nördlich von Paris unterzeichnet worden.

Frankreich in der Kritik

Nachdem sich der französische Präsident Emanuel Macron für die Veröffentlichung der sogenannten Mohammed-Karikaturen ausgesprochen hatte, kritisierte das islamisch-konservative Königreich Saudi-Arabien Frankreich.

Kurz nach der Messerattacke in Nizza griff dann vor 2 Wochen ein Mann am französischen Konsulat in Dschidda in Saudi-Arabien einen Sicherheitsbeamten an und verletzte ihn leicht. Franzosen in Saudi-Arabien wurden zu „höchster Wachsamkeit“ aufgerufen.

dpa