Dienstag, 10. Dezember 2019

Frankreich vor neuen Streiks und Protesten

Vor neuen Protesten und Kundgebungen gegen die geplante Pensionsreform von Präsident Emmanuel Macron haben Streiks in Frankreich den sechsten Tag in Folge für starke Einschränkungen im Zug- und Flugverkehr gesorgt. Laut staatlicher Bahngesellschaft SNCF fahren am Dienstag lediglich 20 Prozent der TGV-Schnellzüge.

Erneut wurden Massenproteste in Paris angekündigt.
Erneut wurden Massenproteste in Paris angekündigt. - Foto: © APA (AFP) / JOEL ROBINE

Die Fluggesellschaft Air France strich ein Viertel ihrer Inlandsflüge und etwa jeden zehnten Mittelstreckenflug. In Paris sollen erneut 10 Metro-Linien geschlossen bleiben. Viele Pendler stiegen wegen der Arbeitsniederlegungen bereits zu Wochenbeginn auf Autos, E-Tretroller und Motorräder um und sorgten damit für riesige Staus im Großraum Paris.

Der Streik bei der Pariser Nahverkehrsgesellschaft RATP soll noch bis Mittwoch weitergehen, womöglich gar bis Freitag. „Die Woche ist tot“, sagte Gewerkschaftsvertreter Thierry Babec.

Die Gewerkschaften wollen den Druck erhöhen, bevor Premierminister Edouard Philippe die Pensionsreform am Mittwoch im Detail vorstellt. Macron will Vorrechte für viele Berufsgruppen abschaffen und das Defizit der Pensionskassen abbauen.

Seit vergangenen Donnerstag gehen in Frankreich etliche Menschen gegen die von der Regierung geplante Pensionsreform auf die Straße. Landesweit hatten nach Angaben des Innenministeriums am Donnerstag 800.000 Menschen dagegen protestiert, die Gewerkschaft CGT zählte 1,5 Millionen Teilnehmer.

apa