Montag, 18. Dezember 2017

Fratelli d'Italia: „Hände weg von Südtirol“

Die italienische Rechtspartei „Brüder Italiens“ (Fratelli d'Italia) kritisiert scharf die Entscheidung von ÖVP und FPÖ, die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft für Südtiroler ins Regierungsprogramm aufzunehmen scharf. Auch der Präsident des EU-Parlaments Antonio Tajani äußerte sich kritisch.

Giorgia Meloni beschäftigt sich immer wieder mit Südtirol. Hier mit einem Plakat des Heimatbunds. - Facebookaccount Giorgia Meloni/Screenshot
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Giorgia Meloni beschäftigt sich immer wieder mit Südtirol. Hier mit einem Plakat des Heimatbunds. - Facebookaccount Giorgia Meloni/Screenshot

„Nach den Milliarden, die Italien für die Südtiroler Autonomie gezahlt hat, pfeift Österreich auf die 1992 besiegelte Streitbeilegung und bietet Südtirolern den Doppelpass an. Dies erfolgt im totalen Schweigen der sozialdemokratischen Regierung in Rom“, schrieb die Vorsitzende von Fratelli d’Italia Giorgia Meloni in einer Presseaussendung.

„Österreich darf sich illegale Invasionen nicht erlauben. Es ist ein Wahnsinn zu denken, dass ein Teil Italiens von einer Mehrheit österreichische Bürger bewohnt sein könnte. Das wäre eine verkappte Sezession. Brüder Italiens werden dagegen in Südtirol, im Parlament, sowie in jeder Institution auf die Barrikaden gehen“, schrieb Meloni. Sie forderte den Eingriff von Staatschef Sergio Mattarella, um Österreichs Pläne zu stoppen.

Tajani: „Zeit des Nationalismus ist vorbei“

Der Präsident des EU-Parlaments, Antonio Tajani, meinte in einem RAI-Interview der Doppelpass sei ein anmaßender Schachzug und trage nicht zur Entspannung bei. Die Zeit des Nationalismus, so Trajani, sei vorbei. Das sehe man auch daran, dass etwa ein deutschsprachiger Italiener problemlos in Innsbruck studieren könne.

apa/stol

stol