Rosmarie Pamer, SVP-Bezirksobfrau Burggrafenamt, beruhigt: „Es ist noch genug Zeit zur Kandidatinnensuche.“<BR /><BR />Die vom Regionalrat beschlossene Regelung ist klar: Kein Geschlecht darf mehr als 2 Drittel der Kandidaten auf der Liste stellen. Klingt gut, doch in der Praxis treibt die „Frauenquote“ seltsame Blüten: Denn weil Kandidatinnen Mangelware sind, „drängen Ortsobleute nun ihre Frauen, Töchter und Mütter zur Kandidatur, nur damit die Listen voll werden“, weiß der <b>Pusterer SVP-Bezirksobmann Meinhard Durnwalder</b>.<BR /><BR /> Das, findet er, könne ja wohl kaum der Sinn der Quote sein, „und dient auch der Sache der Frauenvertretung nicht“. Innerhalb der SVP, kritisiert er, sei „nie darüber diskutiert worden“. Er habe dies mehrmals bereits parteiintern bemängelt. „Nun muss man sich halt auch der Folgen der Quote bewusst sein“, sagt er. Und die ist ganz einfach: Finden sich nicht genug Frauen, dann muss die Anzahl der männlichen Kandidaten so reduziert werden, dass die Quote wieder stimmt. <h3> Quote infrage gestellt</h3>Nun schafft man in Percha wohl eh nur eine Einheits-, statt konkurrierender Parteilisten – wird die nicht voll, droht die kommissarische Verwaltung. Hoffentlich ein Einzelfall, „aber wir möchten schon dennoch all unsere Kandidatenlisten voll bekommen und den Bürgern ein komplettes Angebot bieten können.“ Für ihn Grund genug, die Quote infrage zu stellen, zumal „ich keinen Fall kenne, bei dem eine Frau, die kandidieren wollte, nicht auf die Liste gekommen wäre“.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1107924_image" /></div> <BR /><BR />Sein <b>Wipptaler Pendant Sebastian Helfer</b> versteht die ganze Aufregung dagegen nicht. Ihm sind keine besonderen Probleme in seinem Bezirk bei der Suche nach Kandidatinnen bekannt. Es sei aber generell schwieriger geworden, Kandidaten zu finden. „Die Leute wollen oder können sich nicht mehr so die Zeit nehmen für die Belange der Gemeindepolitik“, weiß Helfer. Aber bis zu den Wahlen sei ja noch Zeit. <h3> Pamer: „Frauenquote kein Grund zur Diskussion“</h3>Ähnlich sieht es auch <b>Rosmarie Pamer, SVP-Obfrau im Burggrafenamt</b>: Sie habe bereits einige Treffen bezüglich der Gemeinderatswahlen mit den Ortsobleuten gehabt, „die Frauenquote war aber nirgendwo Grund für Diskussionen“. Es sei natürlich eine Herausforderung, dieses Frauendrittel auf der Liste zu garantieren, „doch wer frühzeitig sucht, wird auch motivierte Frauen finden“, ist sie sicher. „Für das große Lamento ist es jedenfalls eindeutig zu früh“, kritisiert sie und fürchtet im Gegenteil, das könne Frauen, die sich überlegen zu kandidieren, abschrecken.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67798183_quote" /><BR /><BR />Hinter der Frauenquote steht sie felsenfest: „Ohne die hätte man mich für die Landtagswahlen wohl gar nicht gefragt.“ Und noch etwas führt sie an: „Die Analysen zeigen ganz deutlich: Sind mehr Frauen auf der Liste, werden auch mehr Frauen gewählt. Hier hat sich in der jüngsten Vergangenheit in den Köpfen ganz viel getan.“