Die Kommission für Auswärtiges der Abgeordnetenkammer sprach sich gestern dagegen aus, dass Italien den Vertrag unterzeichnet, der unter anderem den Bau von alpenquerenden Verbindungen verbietet. Während Italiens Frächtervereinigung zur Entscheidung laut applaudiert („voll zufrieden“), sind Umweltverbände erst einmal sprachlos. „Das ist eine völlig inakzeptable Entscheidung, aber bei der Rechtsregierung in Rom ist kaum Besseres zu erwarten“, kommentiert Klauspeter Dissinger, Vorsitzender des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz, bei dem die Alpenschutzkommission Cipra für Südtirol angesiedelt ist. Dissinger will umgehend bei den zuständigen heimischen Politikern in Rom intervenieren.Dass das Verkehrsprotokoll unter römische Räder kommt, ist dort aber nichts Neues. „Seit zehn Jahren geht es mit der Ratifizierung der Protokolle hin und her, Italien macht hier letztlich nur eine dumme Figur“, erklärt der Abgeordnete Siegfried Brugger. Wenn die mächtige Frächterlobby bereits grünes Licht für den Bau neuer Autobahnen in Richtung Norden erblicke, sei das bestimmt eine optische Täuschung. „Die Nachbarstaaten Österreich, Deutschland und die Schweiz haben das Verkehrsprotokoll nämlich bereits ratifiziert, sie werden also keine neuen Verbindungen über die Alpen zulassen. Italien kommt damit höchstens bis zur Staatsgrenze und dann ist Schluss“. Zudem fehle an allen Ecken und Enden das Geld für solche Projekte.Am 7. November 1991 hatten alle acht Staaten des Alpenbogens in Salzburg die Konvention zum Schutz dieses Lebensraumes unterzeichnet. Die konkreten Maßnahmen sind in Protokollen zu den einzelnen Bereichen (Landwirtschaft, Tourismus, Verkehr usw.) festgehalten.ler