Freiheitlichen-Chef Pius Leitner zitierte zu Beginn der heutigen Landtagssitzung einen Zeitungsartikel, in dem Hochgruber Kuenzer davor warnt, der Opposition einen Sitz im Präsidium zu überlassen, da Präsidiumsmitglieder unter anderem Schülerführungen im Landtag übernehmen. Leitner verwahrte sich gegen die Unterstellung, Oppositionelle würden die Landtagsarbeit vor Schülern verfälscht darstellen. Er verlangte eine Entschuldigung. Thomas Egger (Freiheitliche) erklärte, er empfinde die Äußerung Kuenzers als Angriff auf seine persönliche Ehre.Landtagspräsidentin Julia Unterberger (SVP) verwies in ihrer Antwort auf einen einstimmigen Beschluss der Geschäftsordnungskommission, wonach die Opposition einen Sitz im Präsidium bekommen solle. Dies sei auch die überwiegende Meinung in der SVP. Sie finde Kuenzers Äußerung auch nicht gut, aber eine Debatte über Zeitungsmeldungen sei im Landtag nicht vorgesehen.Leitner kündigte einen Misstrauensantrag gegen Hochgruber Kuenzer an, der am Nachmittag von den Freiheitlichen – unterzeichnet von Leitner, Egger, Ulli Mair, Sigmar Stocker und Roland Tinkhauser - eingereicht wurde. „Nachdem es sich nach Überzeugung der Unterfertigten bei einem Sitz für die Opposition im Landtagspräsidium nicht um einen Posten, sondern um eine in demokratischen Parlamenten gängige Praxis handelt, die sich der Landtag nun zu eigen macht, ist die Aussage der Abgeordneten Hochgruber Kuenzer anmaßend und insofern schwerwiegend, als dass die Botschaft vermittelt wird, nur SVP-Abgeordnete könnten den Landtag nach außen vertreten und Jugendliche durch den Landtag führen und das zumindest die Freiheitlichen dazu nicht befugt seien. Dies stellt ein grobes demokratiepolitisches Foul dar und beleidigt über 43.000 Wählerinnen und Wähler“, unterstreichen die Freiheitlichen. stol