Montag, 27. Juni 2016

Freiheitliche: Nur wenige Flüchtlinge wählen Freiwilligenarbeit

Am Montag hat der Obmann der Südtiroler Freiheitlichen, Walter Blaas, Zahlen zur Freiwilligenarbeit für Asylwerber in Südtirol präsentiert – und die Integrationspolitik des Landes kritisiert.

Pius Leitner, Walter Blaas, Lois Taibon und Simon Auer (von links) präsentierten am Montag die Zahlen zu den freiwillig arbeitenden Flüchtlingen in Südtirol. - Foto: Die Freiheitlichen
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Pius Leitner, Walter Blaas, Lois Taibon und Simon Auer (von links) präsentierten am Montag die Zahlen zu den freiwillig arbeitenden Flüchtlingen in Südtirol. - Foto: Die Freiheitlichen

„Gemäß einer Vereinbarung zwischen den Gemeinden, den Bezirksgemeinschaften, der Caritas und dem Verein 'Volontarius' mit dem Regierungskommissariat dürfen Asylwerber Freiwilligenarbeit leisten“, schickte der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas seinem Pressekommuniqué am Montag voraus. Die Freiwilligenarbeit müsse, so Blaas weiter, laut Vereinbarung auf alle Fälle der Allgemeinheit zugutekommen.

Bereits 2014 hatte das italienische Innenministerium die Voraussetzungen für die Freiwilligenarbeit von Asylwerbern festgesetzt. Die Bestimmungen sehen, so schreiben es die Freiheitlichen, vor, dass die Bereitschaft zur Ausführung einer solchen Tätigkeit auf freiwilliger Basis und unentgeltlich erfolgen müsse.

Freiheitliche wollen Zahlen wissen

Die Freiheitlichen wollten in einer Landtagsanfrage vom 31. März 2016 in Erfahrung bringen, wie es zahlenmäßig hinsichtlich dieser Freiwilligenarbeit aussehe – nun erhielten sie die entsprechende Antwort von der zuständigen Landesrätin Martha Stocker.

Von den 870 in Südtirol in Flüchtlingsunterkünften untergebrachten Personen (Stichtag 31. März), haben sich im Zeitraum März bis April maximal 50 Personen zu einer Freiwilligenarbeit verpflichtet, hält Walter Blaas in seinem Schreiben fest.

Freiheitliche kritisieren mangelndes Interesse

Die Freiwilligenarbeit sei eine Integrationsmaßnahme der Asylwerber zum Kennenlernen der Kultur und Sprache, unterstreicht der Obmann der Freiheitlichen und zeigt sich gleichzeitig enttäuscht:

„Die nun vorliegenden Zahlen bezeugen aber kein großes Interesse seitens der Asylwerber sich an dieser Integrationsmaßnahme zu beteiligen. Schöne Bilder und Meldungen können über die Zahlen nicht hinwegtäuschen. Anscheinend fehlt es am Willen zur Integration.“ Laut Blaas gebe es genug Arbeit in Südtirol und in den Gemeinden, die vorliegende „Erfolgsbilanz“ sei verbesserungswürdig, so der Landtagsabgeordnete abschließend.

Die Arbeitsfelder

Eingesetzt wurden die Freiwilligen in folgenden Arbeitsbereichen: Straßen und Gehwege sauber halten, Schneeräumung, Beschilderung instand halten und reinigen, Pflege von öffentlichem Grün, Hilfe am Recyclinghof, Hilfe bei Mülltrennung, Hilfe bei Arbeitsrehabilitationsdienst, Unterstützung von Schulen und Senioreneinrichtungen.

Das Einvernehmensprotokoll unterzeichnet haben (Stand 13.05) Bozen, Brixen, Vintl, Bruneck, Meran, Schenna, Pfitsch und Sterzing sowie die Bezirksgemeinschaften Vinschgau und Sterzing. 

stol/aw

stol