Vor allem habe man durch diesen neuen Weg alle Südtiroler aller drei Sprachgruppen erreichen können. "Positiv hervorzuheben bleibt auch, dass sich nahezu alle Südtiroler Parteien in Meran präsentiert haben und dass sie sich alle mit dem Ziel 'Mehr Unabhängigkeit' identifizieren können. Südtirol hat damit ein Signal nach Europa gesendet." Mit einer rein defensiven Haltung, bei der es heute nur noch darum gehe, die bestehende Autonomie mehr oder weniger zu erhalten, beeindrucke man niemanden. "Fakt ist, dass Südtirol in diesem fremden Staat auf lange Sicht keine Zukunft hat und dass es darum gehen muss, zusammen mit allen drei Sprachgruppen an einem neuen Südtirol zu bauen. In diesem Sinne hat man mit dem Unabhängigkeitstag wichtige Grundlagen geschaffen und Weichen gestellt,“ so Mair und Demanega.„Natürlich kommt im Nachhinein auch Kritik von all jenen, die sich längst mit Italien abgefunden haben und mangels Ideen und Visionslosigkeit jede Lösung, die über diese Autonomie hinausreicht, ausschließen wollen. Wenn der Grüne Hans Heiss beispielsweise der SVP eine Diskussionsverweigerung nahelegt, weil man sich auf Selbstbestimmungs-Diskussionen grundsätzlich nicht einlassen sollte, dann ist das nicht gerade jene Offenheit, die man den Grünen gerne nachsagt, sondern ein sehr geschlossenes Weltbild und eine sehr bedenkliche Haltung, die belegt, dass diese Grüne veraltet und längst Teil des Systems sind."Und wenn die SVP im Nachhinein so tue, als sei ihr nicht klar gewesen, dass es in Meran in Richtung Unabhängigkeit Südtirols von Italien gehen habe sollen, "dann sollte sie sich an die Selbstbestimmung erinnern, die sie im eigenen Parteiprogramm anführt und sich vielleicht vielmehr fragen, ob sie ihrem eigenen Gründungszweck noch nachkommt", betonen die Freiheitlichen. "Abgesehen davon war der Unabhängigkeitstag in Meran ein großartiger Erfolg, an den man auch in Zukunft anknüpfen muss."