Donnerstag, 12. Dezember 2019

Friedensappell des Papstes: „Jeder Krieg ein Brudermord“

Papst Franziskus hat größere Anstrengungen für eine friedliche Welt verlangt.

Papst Franziskus fordert u.a. eine „ökologische Umkehr“.
Papst Franziskus fordert u.a. eine „ökologische Umkehr“. - Foto: © APA/afp / FILIPPO MONTEFORTE

In einer am Donnerstag verbreiteten Botschaft zum Weltfriedenstag am 1. Jänner forderte er auch ein gerechteres Wirtschaftssystem und eine „ökologische Umkehr“. Er verurteilte zugleich die Politik der nuklearen Abschreckung.

„Jeder Krieg entpuppt sich in Wirklichkeit als Brudermord, der das Projekt der Brüderlichkeit selbst zerstört, das der Berufung der Menschheitsfamilie eingeschrieben ist“, heißt es in der Botschaft, die der Papst regelmäßig zum Weltfriedenstag veröffentlicht, den die katholische Kirche am 1. Jänner begeht.

Frieden und internationale Stabilität dürften nicht auf der Angst einer gegenseitigen Zerstörung aufgebaut werden. „Daher dürfen wir uns nicht einbilden, dass wir die Stabilität in der Welt durch die Angst vor der Vernichtung aufrechterhalten können; ein solches höchst instabiles Gleichgewicht steht am Rande des nuklearen Abgrunds“, schrieb der Papst. Er erinnerte dabei an seine jüngste Reise nach Japan und die Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki 1945.

Die Frage des Friedens, so das Oberhaupt der katholischen Kirche, durchdringe alle Dimensionen des gemeinschaftlichen Lebens. „Es wird nie einen wahren Frieden geben, wenn wir nicht in der Lage sind, ein gerechteres Wirtschaftssystem aufzubauen“, schrieb er. Der Papst warnte zugleich vor eine „fehlenden Achtung für das gemeinsame Haus“ der Menschheit und einer „missbräuchlichen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen“ und forderte einen anderen Umgang mit der Natur. „Die ökologische Umkehr, zu der wir aufrufen, führt uns also zu einem neuen Blick auf das Leben“, sagte Franziskus.

apa/dpa