„Eine Verpflichtung zur Arbeitszeitverkürzung mir nichts, dir nichts auf ein bestehendes ökonomisches Angebot draufzuhauen, ist finanziell, organisatorisch, rechtlich und politisch nicht machbar“, sagt Arno Kompatscher.<BR /><BR />Wie exklusiv berichtet, hat die Forderung der Gewerkschaften nach einer fixen Zusage der 36-Stunden-Woche für „Irritationen“ bei Landesrätin Amhof und dem Chef der Verhandlungsagentur, Hermann Troger, gesorgt. „Jetzt auf die Schnelle noch eine Arbeitszeitverkürzung unterjubeln zu wollen, ist fast schon unseriös“, hieß es.<BR /><BR /><embed id="dtext86-69168203_quote" /><BR /><BR />Das lassen die Gewerkschaften nicht auf sich sitzen. 825 Mio. Euro liegen auf dem Tisch, um 45.000 öffentlich Bediensteten eine strukturelle Gehaltsanpassung von im Schnitt gut 11 Prozent zu geben. „Die Inflation lag in den letzten 3 Jahren aber bei 14,6 Prozent. Wir erhalten also nicht einmal das, was unser Gehalt vor Jahren einmal wert war“, sagt Ulli Bauhofer vom CGIL/AGB. <BR /><BR />Der Landeshauptmann selbst habe vor 2 Jahren angedeutet, dass man andere Ideen entwickeln müsse, wenn man mit dem Geld nicht ganz hinkomme. „Das ist jetzt eingetreten und deshalb wollen wir Zusagen für die 36-Stunden-Woche“, so Bauhofer. Im restlichen Staatsgebiet betrage die Arbeitszeit im öffentlichen Dienst schon lange 36 und 38 Stunden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-69168207_quote" /><BR /><BR />Andreas Dorigoni vom ASGB erinnert daran, dass die 36-Stunden-Woche schon lange Thema sei. 825 Mio. Euro seien viel Geld. Die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst aber ebenfalls. „Die 36-Stunden-Woche wäre ein Kompromiss, weil das Geld nicht ganz reicht.“ 2 Stunden weniger zu arbeiten entspricht einer Lohnerhöhung von 5 Prozent. <BR /><BR />Es sei der Landeshauptmann selbst gewesen, der diese Möglichkeit vor Monaten in den Raum gestellt habe. Eine Verkürzung der Arbeitszeit sei von den Mitarbeitern immer wieder aufgeworfen worden. „Wann steuern wir darauf hin, wenn wir schon beim Geld nicht die volle Summe bekommen? Es braucht ein Ziel, nämlich 2026, und die Zusage“, meint Bauhofer. <h3> Klare Absage aus dem Palais Widmann</h3>Aus dem Palais Widmann kommt jedoch eine klare Absage. Es treffe zu, dass er vor 18 Monaten normative Änderungen ins Spiel gebracht habe, um einen Ausgleich zu finden. „Ich habe mir damals aber eine Abfuhr von den Gewerkschaften geholt, die einzig auf Geld setzten“, so Arno Kompatscher.<BR /><BR />Nun sei es grundsätzlich in Ordnung, das Thema Wochenarbeitszeit zu diskutieren und zu erörtern, welche Vor- und Nachteile eventuelle anderslautende Regelungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit sich bringen. „Weil man wohl davon ausgehen kann, dass die Mitarbeiter in den laut Vorschlag der Gewerkschaften zu streichenden 2 Wochenstunden Leistung erbracht haben, hätte eine Arbeitszeitverkürzung nämlich weitreichende Folgen“, erinnert Kompatscher.<BR /><BR /><embed id="dtext86-69168302_quote" /><BR /><BR />Es gehe deshalb nicht an, dass man eine Arbeitszeitverkürzung mit ihren weitreichenden Folgen „mir nichts, dir nichts auf ein bestehendes ökonomisches Angebot oben draufhaut.“ Eine solche Verpflichtung zur Arbeitszeitverkürzung seitens des Arbeitgebers sei im Rahmen der derzeitigen Verhandlung „weder ökonomisch (zusätzliches Personal, Überstunden kosten mehr Geld), noch organisatorisch (welche Leistungen kann man schnell streichen, kürzen, anders organisieren oder alternativ: Wo findet man Ersatzpersonal), noch rechtlich (wie begründe ich das vor dem Rechnungshof), noch politisch machbar“, so Kompatscher.<BR /><BR /> Bleibt zu sagen, dass die Gewerkschaften für die Zukunft eine jährliche Abgeltung der Inflation vorschlagen, statt über einen 3-Jahres-Zeitraum. Die Gretchenfrage aber ist, ob sie nach diesem „Nein“ von oberster Stelle an den Verhandlungstisch zurückkehren.