Sonntag, 10. Mai 2020

5-stufiges Warnsystem als Teil der britischen Lockerungen

In Großbritannien soll es künftig ein 5-stufiges Warnsystem im Kampf gegen das Coronavirus geben. Dies sei Teil der Regierungspläne, um die Ausgangssperren langsam zu lockern. Die Stufen des Warnsystems sollten mit Farbcodes von grün bis rot gekennzeichnet werden und das Corona-Risiko in der jeweiligen Gegend angeben.

Johnson hofft, dass schon bald wieder Normalität einkehrt.
Johnson hofft, dass schon bald wieder Normalität einkehrt. - Foto: © APA (AFP) / JON BOND
Dies solle es der Regierung ermöglichen, die Beschränkungen je nach regionaler Lage wieder zu verschärfen. Wales, Schottland und Nordirland haben mit Blick auf die Lockerung der Ausgangssperren eigene Machtbefugnisse. Es wird aber erwartet, dass sie sich weitgehend an die Maßnahmen in England anpassen. In Ländern wie Frankreich oder Indien sind Warnsysteme mit Farbcodes bereits im Einsatz.

Johnson hält am Abend eine Fernsehansprache. Dabei wird er vermutlich ankündigen, dass die Menschen ihre Wohnungen künftig öfter als nur einmal am Tag verlassen dürfen, um Sport zu treiben. Außerdem wird erwartet, dass Baumärkte, die Pflanzen, Samen und Gartenwerkzeug verkaufen, wieder öffnen dürfen. „Das ist der gefährliche Teil“, sagte Johnson der „Sun on Sunday“.

Großbritannien habe zwar den Höhepunkt der Pandemie überschritten. Nun müsse das Land aber noch mehr Sorgfalt walten lassen, um alles richtig zu machen. „Bergsteiger sagen, dass der Rückweg vom Gipfel am gefährlichsten ist. Das ist die Phase, in der man dazu neigt, allzu selbstsicher zu sein und Fehler zu begehen.“

Aus „Zu Hause bleiben“ wird „Wachsam bleiben“

In Medienberichten hieß es, die Regierung werde auch das bisherige Motto ändern - von „Zuhause bleiben“ zu „Wachsam bleiben“. Großbritannien verzeichnet bisher 31.587 Tote in Verbindung mit einer Corona-Infektion. Das Land hat damit die zweithöchste Totenzahl weltweit nach den USA.

Ein von der britischen Regierung häufig zitierter Statistiker erhob indes schwere Vorwürfe gegen deren Kommunikationsstrategie in der Corona-Krise. Die tägliche Vorstellung statistischer Daten gleiche eher dem „Zahlentheater“ eines PR-Teams statt zu informieren, sagte Professor David Spiegelhalter von der Universität Cambridge der BBC am Sonntag.

„Ich wünsche mir einfach, dass die Zahlen von Leuten zusammengestellt werden, die ... Bescheid wissen“, so der Wissenschafter. Der Statistiker war eigentlich von der Regierung zitiert worden, um Kritik am Vorgehen in der Coronavirus-Pandemie zurückzuweisen.

apa