Dienstag, 28. Juli 2015

Für ein Verbot von Glyphosat in Raten

Südtirol hat's vorgemacht, Rom soll nachziehen - was den Einsatz des Herbizids Glyphosat auf öffentlichem Grund betrifft. "Schrittweise soll im ganzen Stiefelstaat ein Verbot umgesetzt werden", so Parlamentarier Florian Kronbichler.

Kampf dem Glyphosat.
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Kampf dem Glyphosat. - Foto: © shutterstock

K für Köllenberger, Kronbichler und Kampf dem Glyphosat. Das genannte Produkt wird in der Landwirtschaft, in Gärten und an Verkehrswegen eingesetzt, um das Wachstum von Unkraut zu unterdrücken. Letzthin gerät es wegen seiner angeblich krebserregenden Wirkung zunehmend in die Schlagzeilen (STOL hat berichtet).

Doch nicht nur. Auch auf politischen Agenden findet sich das Thema wieder. Paul Köllensperger und Florian Kronbichler haben dem Produkt jedenfalls den Kampf angesagt. 

Landtag zeigt dem Stoff die rote Karte

Der Südtiroler Landtag hat sich zuletzt auf Antrag Köllenspergers für ein Verbot der Ausbringung auf öffentlichen Flächen ausgesprochen. Ein generelles Verbot des zugelassenen Mittels könne man nicht erlassen, wohl aber zum freiwilligen Verzicht anregen, so Landesrat Arnold Schuler. Die Anwendung auf öffentlichem Grund wurde aber untersagt. 

Als erstes Südtiroler Unternehmen hat der hiesige Bau- und Handwerkermarkt OBI-Südtirol das Produkt aus freier Entscheidung aus seinem Angebot genommen. 

Auch Anliegen des Staates - Agrar-Lobby zu stark

Nun soll Rom nachziehen, zumindest wenn es nach Kronbichler geht. "Ich habe in derselben Angelegenheit das Parlament und Umweltminister Gianluca Galletti befasst", so der Parlamentarier. Was wissenschaftlich belegt sei, das Land für machbar erachte und selbst ein privater Handelsbetrieb bereits für imagefördernd halte, müsse auch dem Staat zum Anliegen werden.

Wohl wissend, dass ein generelles Glyphosat-Verbot am Widerstand der Agrar-Lobby scheitern würde, habe der Parlamentarier sich für Vorgehen Schritt für Schritt entschieden.

Über Einschränkungen ans Ziel

"Zunächst soll das Gift nicht länger auf öffentlichen und öffentlich genutzten Grundstücken wie Parks, Straßenböschungen, Spiel- und Sportplätzen ausgebracht werden dürfen", schreibt Kronbichler. Außerdem solle das sogenannte Pflanzenschutzmittel nicht an Privatkunden abgegeben und nur von Personen mit berufsmäßiger Ermächtigung verwendet werden dürfen.

Um dem Antrag größeres politisches Gewicht zu verleihen, hat auch der PD-Abgeordnete Ermete Realacci, ehemals Präsident des gesamtitalienischen Umweltschutz-Verbandes Legambiente und Vorsitzender des Umweltausschusses der Kammer, unterschrieben.

Der Kampf gegen das Mittel geht also weiter. 

stol/ker 

stol