Dienstag, 20. August 2019

G-7-Treffen könnte erstmals ohne Abschlusserklärung enden

Der Handelsstreit dürfte den G-7-Gipfel in Frankreich überschatten und Reuters-Informationen zufolge eine gemeinsame Abschlusserklärung unwahrscheinlich machen.

Die Probleme zeigen, wie stark der von Trump entfachte Handelsstreit mit China und der EU die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ländern noch verstärkt.
Die Probleme zeigen, wie stark der von Trump entfachte Handelsstreit mit China und der EU die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ländern noch verstärkt. - Foto: © APA/AFP

Die Differenzen zwischen den 7 wichtigsten Industriestaaten verhinderten die Formulierung gemeinsamer Ziele, sagte ein japanischer Regierungsvertreter am Dienstag.

Das erste Mal seit 1975

Es wäre das erste Mal seit Beginn der G-7-Beratungen im Jahr 1975, dass es keine gemeinsame Abschlusserklärung gäbe. Allerdings kam es schon im vergangenen Jahr zu einem Eklat, als US-Präsident Donald Trump zwar zunächst seine Zustimmung zu einem ausgearbeiteten Papier gab, dann aber vorzeitig abreiste und via Twitter gegen die Erklärung und den damaligen Gastgeber Kanada wetterte.

Die Probleme zeigen, wie stark der von Trump entfachte Handelsstreit mit China und der EU die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ländern noch verstärkt. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft würden am Wochenende in Biarritz wieder diskutiert, sagte der japanische Regierungsvertreter zu Reuters.

Es werde schwierig eine Botschaft zu senden, wenn es nicht zu einer gemeinsamen Abschlusserklärung reiche. Der japanische Sender NHK hatte zuerst berichtet, dass es nach derzeitigem Stand keine Abschlusserklärung geben wird.

Trump drängt eher auf bilaterale Handelsvereinbarungen

Zur G-7-Gruppe gehören die USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien. Vor allem die USA dringen unter Trump auf bilaterale Handelsvereinbarungen statt auf globale Lösungen. Ein weiterer, kaum überbrückbarer Streitpunkt ist die Klimapolitik, seitdem Trump das Pariser Klima-Abkommen aufgekündigt hat.

Mit dem diesjährigen Gastgeber liegt er wegen der in Frankreich geplanten Digitalsteuer im Clinch, weit Trump befürchtet, dass diese besonders US-Internetfirmen belasten wird.

apa/reuters

stol