Ein Vertreter der Museen, der namentlich nicht genannt werden will, redet Klartext, woran es hakt. Und Thomas Knoll, Vizepräsident des Mobilitätskonsortiums, kündigt an, wie viel die Tourismusbetriebe 2025 beisteuern wollen.<BR /><BR />Der Verlust geht für die Museen laut einem Vertreter insgesamt in die Millionen Euro – und die Auszahlungspreise seien so tief wie noch nie.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1057458_image" /></div> <BR />Für heuer wurde eine Übergangslösung gefunden, für 2025 muss aber neu verhandelt werden, sagt Ressortchef Armin Gatterer. Unzufrieden sind vor allem die Betreiber von privaten Museen, aber auch bei den Landesmuseen ist man nicht glücklich mit der derzeitigen Lösung. Von Seiten der privaten Museen heißt es, 2023 fehlten am Ende etwa 2 Millionen Euro. Zudem hätten die Museen mit den Gästekarten zu wenig Planungssicherheit. Erst am Jahresende wisse man über die Auszahlung Bescheid.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1057461_image" /></div> <BR /><BR /> Damit die privaten und kommunalen Museen heuer doch noch einen höheren Auszahlungspreis pro Eintritt erhalten, wurden 900.000 Euro aufgetrieben: Die Landesmuseen verzichten auf 550.000 Euro und kompensieren dies mit internen Einsparungen. Diese Summe wird im Topf gelassen, aus dem dann die privaten Museen und die Kommunalmuseen die Zahlungen erhalten. <BR /><BR />Und zudem werden 350.000 Euro bei den Tourismusvereinen eingehoben, die sich damit auch einverstanden erklärt haben, berichtet berichtet Thomas Knoll, Vizepräsident des Mobilitätskonsortiums (Moko). Das Mobilitätskonsortium – ein Konsortium der Tourismusvereine – verwaltet und koordiniert diese Gästekarte (Museumobil Card). Finanziert wird die Museumobil Card durch die Tourismusorganisationen bzw. die Beherbergungsbetriebe über die Übernachtungen der Touristen: Pro Übernachtung werden 22 Cent für die Museumobil Card überwiesen.<BR /><BR /> Bei etwa 11 Millionen Nächtigungen kommen so 2,4 Millionen Euro zusammen, die in den Topf wandern, aus dem Landesmuseen, private und kommunale Museen dann bezahlt werden – je nach Statistik ihrer Eintritte. Die eingehobene Summe reichte heuer aber nicht aus. Nächstes Jahr sollen 25 Cent pro Übernachtung eingehoben werden, kündigt Knoll an. <BR /><BR />Für den Vizepräsidenten des Mobilitätskonsortiums haben die privaten Museumsbetreiber zu hoch gesteckte Erwartungen: Sie wollten pro Eintritt mit der Museumobil Card 80 Prozent des Standardpreises (eines Erwachsenen) finanziert haben, das sei aber zu hoch gegriffen, denn für Senioren, Jugendliche und Gruppen gebe es ja auch Ermäßigungen. <h3> Auszahlungsprozentsatz von nur 53 Prozent</h3>Anders sehen es die Museumsbetreiber: Früher habe man sogar über 90 Prozent oder 100 Prozent des Standardpreises erhalten, sagt ein Museumsvertreter, der namentlich nicht genannt werden will. Man werde darauf beharren, auf jeden Fall auch in Zukunft mindestens 80 Prozent zu bekommen, denn damit gewähre man eh schon eine Ermäßigung von 20 Prozent. Schließlich zahle ein Einheimischer ja den vollen Preis.<BR /><BR />„Für uns schaut zu wenig heraus“, meint der Vertreter der Museen. „Der Auszahlungsprozentsatz ist für alle Museen gleich, ob Landesmuseum, privates Museum, kommunales Museum oder ehrenamtlicher Verein. Unzufrieden sind alle Nicht-Landesmuseen, glücklich sind die Landesmuseen aber auch nicht. Wir müssen große Verluste hinnehmen. 2023 hatten wir einen Auszahlungsprozentsatz von 53 Prozent – 47 Prozent haben wir somit nicht bezahlt bekommen.“ <BR /><BR />Der Beitrag der Tourismustreibenden sei vor Jahren gesenkt worden – und dafür dann flächendeckend eingeführt worden. Die Zahl der Eintritte mit der Gästekarte seien stark gestiegen, aber die Besucherzahlen insgesamt seien in den vergangenen Jahren nicht stark gewachsen.<BR /><BR /> Es habe nur eine Verlagerung gegeben hin zu mehr Museumscard-Besuchern, und für die Museen sei dies mit Verlusten verbunden gewesen. Und 2023 habe man erst im November erfahren, wie hoch der Auszahlungsprozentsatz ist. Auch wenn das Mobilitätskonsortium 2023 rund 2,4 Millionen Euro einbezahlt habe, so hätten die Museen doch für fast 4,5 Millionen Euro Eintritte generiert. Etwa 2 Millionen Euro fehlten somit.<BR /><BR /> Ressortchef Armin Gatterer meint: „Unser Ziel ist es, dass die Gesamtheit der Touristen ihre Eintritte in den Museen auch finanziert. Vor über 2 Jahren hat man eine Formel gefunden, von der man dachte, sie könnte funktionieren. Die Erfahrung hat dann gezeigt, dass sie nicht funktioniert“, sagt Gatterer. „Es hat sich bereits schon im vergangenen Jahr abgezeichnet und es erhärtet sich jetzt. Deshalb mussten wir gegensteuern.“ <h3> Landesmuseen müssen Einsparungen vornehmen</h3>Nun habe man für heuer eine Lösung gefunden, mit der sowohl die Tourismustreibenden als auch die Museumstreibenden einigermaßen klar kämen, sagt Gatterer. Deshalb seien die meisten Museumsbetreiber, die das Abkommen gekündigt hatten, inzwischen wieder dabei. Nach der Sommerpause müsse eine neue Formel entwickelt werden. Gatterer betont: „Es gibt viele Ideen. Nun muss man abwarten, wie die Entwicklung im dritten und vierten Quartal sein wird – und dann muss man Modelle durchsimulieren. Die Landesmuseen verzichten nur heuer auf die 550.000 Euro – in Zukunft nicht mehr.“