„Das Verbrechen, das hier stattgefunden hat, darf niemand, der davon weiß, vergessen“, sagte Gauck laut einer vom Bundespräsidialamt in Berlin vorab verbreiteten Mitteilung auf einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung mit dem Staatspräsident Giorgio Napolitano.Gauck warb für Versöhnung. Diese könne jedoch nie verlangt, sondern nur erbeten und gewährt werden, „wenn auf Täterseite glaubwürdig Reue gezeigt und Veränderung in Wort und Tat gelebt wird“.In der Ortschaft rund 40 Kilometer nördlich von Pisa waren am 12. August 1944 mehr als 560 Menschen erschlagen, erschossen und verbrannt worden. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hatte im Oktober 2012 entschieden, es könne nicht mit ausreichender Sicherheit nachgewiesen werden, dass es sich bei dem Massaker der Panzergrenadierdivision „Reichsführer SS“ um eine „befohlene Vernichtungsaktion gegen die Zivilbevölkerung“ gehandelt habe. Die Anklagebehörde stellte deswegen das Ermittlungsverfahren gegen acht noch lebende Beschuldigte ein.„Es verletzt unser Empfinden für Gerechtigkeit tief, wenn Täter nicht überführt werden können, wenn Täter nicht bestraft werden können, weil die Instrumente des Rechtsstaats das nicht zulassen“, sagte dazu Gauck. Schuld sei aber nicht nur eine Frage des Strafrechts. Die öffentliche Benennung von Schuld und Schuldigen sei erlaubt und notwendig, um „den folgenden Generationen klar und deutlich zu sagen, was Recht und was Unrecht war“.apa/afp