Mittwoch, 14. Oktober 2020

Gebhard: „Recovery Fund ist auch Chance für mehr Frauenbeschäftigung“

Die römische Abgeordnetenkammer hat am gestrigen Dienstagabend einen Beschlussantrag bezüglich der staatlichen Leitlinien zur Verwendung der finanziellen Mittel aus dem sogenannten „Recovery Fund“ zum Wiederaufbau Europas angenommen. Dabei wird die italienische Regierung unter anderem dazu verpflichtet, „einen angemessenen Teil der Gelder zur Förderung der Frauenbeschäftigung einzusetzen“, erklärt die SVP-Abgeordnete und Landesfrauenreferentin Renate Gebhard, „sowie jegliche Projekte und Maßnahmen auf die Geschlechtergerechtigkeit zu prüfen.“

„Eine hohe Frauenbeschäftigung ist ein Gewinn für das ganze Land“, sagt Landesfrauenreferentin Renate Gebhard.
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„Eine hohe Frauenbeschäftigung ist ein Gewinn für das ganze Land“, sagt Landesfrauenreferentin Renate Gebhard. - Foto: © Renate Gebhard
Es ist die Chance auf wirksame Maßnahmen zur Förderung der Frauenbeschäftigung: der Recovery Fund. Mit ihrem gestrigen Beschluss gibt die Abgeordnetenkammer in Rom der italienischen Regierung verschiedene Leitlinien für den Einsatz der finanziellen Mittel aus dem Wiederaufbaufonds vor, darunter die Förderung der Beschäftigung von Frauen, „denn es sind die Frauen, die in der Coronakrise einen überdurchschnittlich hohen Preis zahlen“, betonte die SVP-Kammerabgeordnete und Landesfrauenreferentin Renate Gebhard in ihrer Stimmabgabeerklärung.

„Frauen sind die ersten, die ihren leider viel zu oft prekären Arbeitsplatz verlieren, die sich zwischen Arbeit und Kinder entscheiden müssen und die bei einer außerordentlichen Elternzeit auf 50 Prozent ihres Gehaltes verzichten. Das grundlegende Problem der fehlenden Chancengleichheit ist durch den Lockdown verschärft worden“, erinnerte Gebhard.


„Eine hohe Frauenbeschäftigung ist ein Gewinn für das ganze Land“

„Der Wiederaufbaufonds ist daher unsere Chance, um dieses wirtschaftliche und soziale Ungleichgewicht auszugleichen“, so Renate Gebhard. „Dabei geht es nicht nur um eine Frage der Gerechtigkeit, sondern um die Zukunft des Landes: Wenn das Bruttoinlandsprodukt steigen soll, dann müssen wir die Frauenbeschäftigung fördern. Ein Anliegen, das auch Ministerpräsident Conte bei seiner heutigen Anhörung zum bevorstehenden Europarat vom 15./16. Oktober 2020 als prioritär genannt hat.“

Eine Steigerung der Frauenbeschäftigung von aktuell 42 Prozent auf 60 Prozent wie in Frankreich, erinnerte Gebhard in ihrer Stimmabgabeerklärung, könnte das BIP um 7 Prozentpunkte erhöhen. „Daher sind es bei weitem nicht nur die Frauen, die von einer höheren Beschäftigungsquote profitieren“, so Gebhard, „sondern das ganze Land.“


Schlüsselrolle der Sonderautonomien respektieren

Die SVP-Fraktionssprecherin in der Kammer unterstrich nicht zuletzt, dass den Regionen und den Sonderautonomien eine Schlüsselrolle bei der konkreten Erarbeitung der Projekte - welche gemäß Leitlinien der EU auf Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Produktivitätssteigerung und soziale Gerechtigkeit abzielen müssen - zuerkannt werden müsse.

„Niemand kennt die Situation vor Ort besser als die Menschen vor Ort“, sagte Gebhard. „Dies muss man berücksichtigen, wenn Maßnahmen wirklich greifen und die finanziellen Mittel bestmöglich eingesetzt werden sollen.“

stol

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