Dieser Mord wurde von der Mafia auf eine Weise verübt, die in der Geschichte der organisierten Kriminalität ohne Beispiel ist, betonte Justizminister Annamaria Cancellieri bei einer Gedenkzeremonie in Palermo in Anwesenheit der Familienangehörigen der Opfer und der Parlamentspräsidenten Pietro Grasso und Laura Boldrini.Zum Jahrestag des Bombenanschlags auf Falcone fanden in ganz Italien zahlreiche Veranstaltungen statt.Grasso betonte in Palermo, dass Falcones Beispiel allen Italienern neuen Mut für einen unerbittlichen Kampf gegen die Mafia geben müsse. Die Mafia sei besiegbar. Das ganze Land, von Norden bis Süden, müsse ohne Angst das organisierte Verbrechen bekämpfen, erklärte Grasso. Der Staat müsse stark, glaubwürdig und rigoros gegen diejenigen auftreten, die illegal vorgehen, mit den ehrlichen Bürgern jedoch zuverläßig und vertrauenswürdig sein.Boldrini hob hervor, dass der Einsatz für die Schaffung neuer Arbeitsplätze der einzige Weg sei, um die Mafia auf Sizilien zu bekämpfen. Wichtig sei auch, die wirtschaftlichen Interessen der Mafia aktiv anzugreifen und ihre Besitztümer zu beschlagnahmen.Cancellieri warnte indes vor der schwierigen Situation in den Strafanstalten des Landes. Die Lebensbedingungen in den italienischen Gefängnissen seien unzumutbar und menschenunwürdig. Italien müsse sich aktiver gegen die chronische Überbelastung der Haftanstalten einsetzen, meinte Cancellieri. Derzeit sitzen 65.000 Sträflinge in den Gefängnissen. Das ist eine neue Rekordzahl. Sie liegt weit über den43.327 Personen, für welche die Gefängnisse in Italien ausgelegt sind.mit