„Wir werden überall Energie sparen müssen“, kündigt Gemeindenverbandspräsident Andreas Schatzer an. Zu spüren bekommen werden dies voraussichtlich auch die Kinder in den Schulklassen: Die Temperaturen dort sollen um einen bis 2 Grad gesenkt werden. Auch in allen anderen öffentlichen Einrichtungen wird, so wie es jetzt aussieht, im Herbst und Winter sparsamer geheizt. Die Standardtemperatur wird künftig auf 17 bis 21 Grad festgelegt, derzeit liegt der Standard bei 18 bis 22 Grad.<BR /><BR />So sehen es die Vorgaben des Staates vor, erklärt Abteilungsdirektor Daniel Bedin. „Die Bürger werden sich heuer mehr anziehen müssen.“ Das Dekret von Regierungschef Mario Draghi sehe diese Energieeinsparungen vor. Nicht betroffen von den geplanten Temperatursenkungen werden Gesundheitseinrichtungen und Altersheime sein, stellt Bedin klar.<BR /><BR />Die gestiegenen Energie- und Heizungspreise stellen Land und Gemeinden vor große finanzielle Herausforderungen: Die jährlichen Energiekosten für die Landesimmobilien werden heuer voraussichtlich von bisher durchschnittlich 16 Millionen Euro auf 28 Millionen Euro steigen, teilt Bedin mit. Die größten Energiefresser des Landes seien die Oberschulen und Berufsschulen mit 51 Prozent an Energieverbrauch, gefolgt von der Verwaltung (21 Prozent) und den Tunnels (knapp 10 Prozent) mit ihrer Beleuchtung und Belüftung. Bedin ruft alle Bürger auf, „mit Hausverstand Energie zu sparen“. <h3> Woher das Geld nehmen?</h3>Laut Landeshauptmann Arno Kompatscher werden die Mehrausgaben für Heizung und Strom im Gesundheitswesen heuer mit 16 Millionen Euro zu Buche schlagen. Das Land habe die Mehrkosten bereits im Verwaltungsüberschuss festgeschrieben. Weiters sei zur Abdeckung der Heizungs- und Energiekosten auch der Reservefonds aufgestockt worden – auf 50 Millionen Euro. Normalerweise sei der Fonds Mitte des Jahres mit nur 8 bis 10 Millionen Euro ausgestattet. <BR /><BR />Geld aus dem Reservefonds soll auch für eine weitere Gemeindenfinanzierung zweckgebunden werden. Zwar können die Gemeinden beim Staat um Geld ansuchen, aber laut Kompatscher ist zu befürchten, dass diese Gelder nicht ausreichen werden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-55680377_quote" /><BR /><BR />Gemeindenpräsident Andreas Schatzer kündigt an, dass die Temperaturen in Südtirols Klassenräumen vermehrt kontrolliert werden. Die Kommunen hätten generell ein großes Potenzial zur Energieeinsparung – in Gemeindehäusern, Vereinshäusern, Schulen, Kindergärten und Feuerwehrhallen. „Man muss unterscheiden: Was ist eine feine und was ist eine effektiv gesunde Temperatur?“, betont Schatzer. <BR /><BR />Um Strom zu sparen, sollten auch die Geräte in den öffentlichen Gebäuden auf ihre Energieeffizienz hin überprüft werden. In Schulmensen und Kindergartenküchen beispielsweise gebe es oft ältere Kühlschränke. Auch bei großen Hotelküchenherden in Schulmensen, Kindergartenküchen und Vereinshäusern sollte der Energieverbrauch kontrolliert werden. Ob Herd, Kühlschrank oder Lampen – oft sei es besser, diese früher als geplant auszutauschen, wenn damit Energie gespart werden könne. <h3> Stauder: Strom sparen sollte honoriert werden </h3>Bürgermeister Harald Stauder geht davon aus, dass die Gemeinde Lana heuer eine Million Euro <i>mehr </i>an Energiekosten wird stemmen müssen im Vergleich zu den vergangenen Jahren. So wie Bedin ruft auch Stauder zum Sparen auf: „Jeder Mitarbeiter sollte beim Strom sparen, Lüften und Heizen so handeln, als wäre er in der eigenen Wohnung.“ <BR /><BR />Er habe vor einiger Zeit die Idee gehabt, dass Gemeindemitarbeiter fürs Strom sparen honoriert werden sollten. „In der Privatwirtschaft wäre dies schnell umsetzbar, in der öffentlichen Verwaltung leider nicht aufgrund der enormen Bürokratie und anderer Hemmnisse“, bemängelt Stauder.<BR />