Dienstag, 29. Oktober 2019

Gefechte zwischen türkischer Armee und syrischen Truppen

Kurz vor Ablauf einer Waffenruhe in Nordsyrien hat es in der Region erstmals direkte Gefechte zwischen der türkischen Armee und den syrischen Regierungstruppen gegeben.

Kämpfe nahe der Grenze.
Kämpfe nahe der Grenze. - Foto: © APA (AFP) / NAZEER AL-KHATIB

Bei den Kämpfen nahe der türkischen Grenze seien sechs syrische Soldaten getötet worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag.

Am Abend sollte eine Frist ablaufen, die Ankara und Moskau den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) zum Rückzug gesetzt hatten. Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurden fünf syrische Soldaten durch türkischen Artilleriebeschuss in der Nähe des Dorfes Al-Assadija südlich der Grenzstadt Ras al-Ayn getötet. Ein Sechster sei im Zuge des Gefechts von protürkischen Milizen „hingerichtet“ worden. Die oppositionsnahe Organisation in Großbritannien bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Für Medien sind diese meist kaum zu überprüfen.

Keine Stellungnahme der Türkei

Die Türkei äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall, doch wollte Präsident Recep Tayyip Erdogan später zum türkischen Tag der Republik in Ankara sprechen.

Die Türkei unterstützt seit Jahren die syrischen Rebellen im Kampf gegen Machthaber Bashar al-Assad und unterhält keinen Kontakt zu seiner Regierung. Bei ihrer Offensive in Nordsyrien wurde die türkische Armee von verbündeten syrischen Rebellenmilizen unterstützt.

Die Kämpfe am Dienstag waren nach Angaben der Beobachtungsstelle die ersten direkten Gefechte zwischen Soldaten der Türkei und Syriens seit dem Start der türkischen Offensive am 9. Oktober. Der international umstrittene Einsatz hat zum Ziel, die YPG-Miliz aus dem Grenzgebiet zu vertreiben. Angesichts der türkischen Offensive und des Abzugs der US-Truppen sah die Verwaltung der kurdischen Autonomieregion keinen Ausweg, als die syrische Armee zu Hilfe zu rufen.

apa