Aus den Daten, die Wohnbaulandesrätin Ulli Mair auf eine entsprechende Anfrage der Grünen Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer mitteilt, geht hervor, dass die stichprobenartigen Kontrollen 2023 40 Gemeinden betrafen, darunter 6 als stark touristisch entwickelt eingestufte. Schwarze Schafe hat man in 16 Gemeinden gefunden, die mit Abstand meisten davon, nämlich 14, in St. Ulrich. Es folgen die Gemeinden Abtei mit 6 und Corvara mit 4. Insgesamt mussten 2023 41 Vorhaltungen zugestellt werden. Bei insgesamt 326 kontrollierten Wohnungen/Häusern wurde also in über 12 Prozent gegen die Auflagen verstoßen.<BR /><BR />Die 3 häufigsten Gründe für die Vorhaltungen sind laut Mair eine fehlende oder nicht fristgerechte Meldung des Leerstandes, die Besetzung durch nicht berechtigte Personen (z. B. Touristen) und die Überschreitung des Landesmietzinses im Falle der Vermietung. <BR /><BR />Aus der Antwort der Landesrätin geht aber auch hervor, dass noch immer 40 Südtiroler Gemeinden gar keine Konvention mit der AWA abgeschlossen haben, die Agentur in diesen also keine Kontrollen durchführen kann. Zu diesen Gemeinden zählt als größte Brixen, aber auch Lana, Neumarkt und Wolkenstein sind darunter. Man werde „diese weiterhin periodisch über die Möglichkeit informiert“, scheibt Mair. Die Gemeinderäte könnten aber autonom entscheiden, die Aufsicht über die in ihrem Gebiet konventionierten Wohnungen selbst zu organisieren oder an die Agentur zu übertragen.<BR /><BR />Die Grüne Madeleine Rohrer ist jedenfalls überzeugt, dass eine externe Kontrolle durch die AWA zielführender ist – und dass viel mehr Kontrollen durchgeführt werden müssten. Das, so Mair, ist „im Wesentlichen ressourcenabhängig“. Die Landesrätin verweist in ihrer Antwort auf einen Beschluss der Landesregierung aus dem Oktober vergangenen Jahres, den Stellenplan der AWA um 2,75 Vollzeitstellen aufzustocken. „Weitere Aufstockungen würden eine zusätzliche Erhöhung der Anzahl der Kontrollen ermöglichen“, schreibt Mair.<BR /><BR /> Und genau dazu, nämlich zur weiteren Aufstockung des AWA-Personals, legen daher die Grünen nun im Rahmen der Haushaltsänderungsdebatte eine Tagesordnung vor. „Im vergangenen Jahr musste die Agentur für Wohnbauaufsicht im Schnitt bei jeder achten kontrollierten Wohnung einen Verstoß gegen die mit der Konventionierung verbundenen Auflagen feststellen“, unterstreicht Rohrer und fügt hinzu: „Eines der vielen Probleme ist, dass Wohnraum für junge Menschen, Familien und Angestellte fehlt, weil konventionierte Wohnungen zu teuer oder an jene vermietet werden, die kein Recht darauf haben.“ Mit dem Antrag wolle man die Agentur für Wohnbauaufsicht stärken, „zum Beispiel mit mehr Personal, damit Gemeinden mit Wohnungsnot darauf zählen können, dass die Agentur jedes Jahr die entsprechenden Kontrollen durchführen kann. Das ist ein Baustein für leistbares Wohnen.“ Auch soll mit der Tagesordnung der Grundsatzbeschluss gefasst werden, die administrativen Voraussetzungen zu schaffen, dass jede konventionierte Wohnung während des Zeitraums der Bindung zumindest einmal kontrolliert wird.<BR />