Die Gewerkschaften reden von „Erpressung“. Die Proteste seien nicht von ihnen ausgegangen.<BR /><BR />Zusammen mit den Pflegekräften, wo dies bereits erfolgt ist, sind die Mitarbeiter im Bildungsbereich die einzigen im öffentlichen Dienst, die eine reale Lohnerhöhung erhalten sollen – und zwar ab Jänner 2026.<BR /><BR /> Dazu hat das Land für drei Jahre je 110 Millionen Euro bereitgestellt. 90 davon sollten für reine Lohnerhöhungen, 20 Millionen für die Übernahme von Verantwortung (z. B. Klassenlehrer) sein. Inzwischen hat man sich geeinigt, dass 100 Millionen Euro als reine Gehaltserhöhungen fließen sollen.<h3> Mehr Personal für Inklusion gefordert</h3> Bei einem Treffen von Landeshauptmann Arno Kompatscher sowie den Landesräten Philipp Achammer und Magdalena Amhof mit den Schulgewerkschaften gab es dazu klare Ansagen. In die Absichtserklärung, den Vertrag auszuhandeln, halten drei Anliegen der Gewerkschaften Einzug. <BR /><BR />Es soll mehr Personal für Inklusion geben. Die Schulsekretariate sollen gestärkt werden. Zudem soll versucht werden, die Gehälter von Landeslehrern (Musikschule, Berufsschule) und Staatslehrern (Grund-, Mittel-, Oberschule) anzugleichen.<BR /><BR /> Aber: „Wir halten daran fest, dass wir offizielle Verhandlungen und die Arbeit an den technischen Tischen erst aufnehmen, wenn die Protestmaßnahmen an den Schulen zurückgezogen werden“, so Amhof. Klarer gesagt, wenn es zum Beispiel wieder Ausflüge gibt. <BR /><BR />Diese Linie werde von der ganzen Regierung mitgetragen. Sie appelliert an die Schulgremien, ihre Protestmaßnahmen zurückzunehmen. „Wir können nicht viel Geld auf den Tisch legen – und dann wird gleichzeitig verhandelt und protestiert. Das geht nicht“, so Amhof. <h3> Nur die CGIL (AGB) erreichbar</h3>„Es ist ein Grundsatz der Sozialpartnerschaft, dass während Verhandlungen keine Proteste stattfinden. Da herrscht Waffenstillstand“, sagt Kompatscher. Wenn Arbeitnehmern die Verhandlungen ungünstig erscheinen, können sie den Tisch verlassen, protestieren, streiken. <BR /><BR />Von den Gewerkschaften war gestern nur die CGIL (AGB) zu erreichen. „Wir schauen uns an, ob der ausformulierte Text eine Erpressung bleibt“, so Stefano Barbacetto. Die Proteste seien von Initiativgruppen ausgegangen. „Ich glaube nicht, dass man sie auf Kommando stoppen kann.“ Wahr ist allerdings auch, dass die Gewerkschaften inzwischen zu Getriebenen der Initiativgruppen geworden sind.<BR /><BR />Wie dem auch sei – bis Freitag werden letzte Anpassungen am Text gemacht. Ab Dienstag und bis Freitag nächster Woche liegt die Absichtserklärung zur Unterschrift auf. „Wir erwarten, dass Proteste Schritt für Schritt zurückgezogen werden. Erst wenn wir den Eindruck haben, dass dies weitgehend erfolgt ist, setzen wir uns an den Verhandlungstisch“, so Amhof. <BR /><BR />Der Landtag gebe die Mittel im Dezember frei. Die Zeit dränge, denn ein Vertrag für den gesamten Bildungsbereich sei sehr komplex.