Samstag, 15. Dezember 2018

„Gelbwesten“ setzen Proteste in Frankreich fort

Auf den Pariser Champs Elysees und in anderen Teilen Frankreichs haben sich am Samstagmorgen die ersten „Gelbwesten“ zu neuerlichen Protesten gegen die Regierung versammelt.

Am Samstagmorgen haben sich „Gelbwesten“ zu neuerlichen Protesten gegen die Regierung versammelt.
Am Samstagmorgen haben sich „Gelbwesten“ zu neuerlichen Protesten gegen die Regierung versammelt. - Foto: © APA/AFP

In der Hauptstadt waren rund 8000 Polizisten und andere Ordnungskräfte mit 14 gepanzerten Fahrzeugen der Gendarmerie im Einsatz. Landesweit wurden 69.000 Polizeikräfte mobilisiert. Im Ballungsraum Paris gab es am Vormittag nach Behördenangaben bereits etwa 30 Festnahmen. Am vergangenen Samstag waren in Paris fast 2000 Menschen festgenommen worden.

Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, standen der Elysee-Palast, Amtssitz von Präsident Emmanuel Macron, das Hotel Matignon, Amtssitz des Premierministers Edouard Philippe, die Nationalversammlung und das Innenministerium unter besonders starkem Polizeischutz.

Dagegen waren Touristen-Attraktionen wie Eiffelturm, Louvre und andere Museen sowie die großen Kaufhäuser im Gegensatz zum vergangenen Samstag frei zugänglich. An den vergangenen 4 Samstagen hatte es zum Teil heftige Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten, Tränengaseinsatz, brennende Autos und Barrikaden gegeben.

Macron verkündet Erhöhung des Mindestlohns 

Macron hatte zu Wochenbeginn als Reaktion auf die Proteste unter anderem eine Erhöhung des Mindestlohns verkündet. Die Regierung appellierte zudem an die Aktivisten, nach dem tödlichen Anschlag in Straßburg auf neue Kundgebungen zu verzichten.

Gemäßigte „Gelbwesten“ („Gilets Jaunes“) riefen danach zu einer „Ruhepause“ und zum „Dialog“ mit der Regierung auf. Der militantere Teil der Protestbewegung erklärte die Zugeständnisse der Regierung dagegen für ungenügend und sah „keinerlei Zusammenhang“ zu dem Vorfall in Straßburg.

Die Gelbwesten fordern den Rücktritt Macrons sowie Steuersenkungen, höhere Renten und Löhne.

apa/afp

stol