Die Pflegesicherung wird in Südtirol aus dem Landeshaushalt finanziert. Die Kosten steigen im Schnitt um 2 Prozent pro Jahr: Berappte das Land 2010 noch 193 Mio. Euro, so waren es 10 Jahre später 229 Mio. Euro. Im Vorjahr betrug der Anstieg satte 7,8 Prozent auf stolze 281 Mio. Euro. <BR /><BR />Weil in wenigen Jahren die geburtenstarken Jahrgänge der Baby-Boomer alt sind, denkt nun auch Landesrätin Rosmarie Pamer über neue Finanzierungsmodelle nach. „Das Pfelgegeld ist gesichert“, beruhigt Pamer aufgeschreckte Gemüter. „Wir denken aber über eine Pflegeversicherung nach.“ <BR /><BR />Vor Pamer machte sich bereits Landesrätin Martha Stocker über ein zweites Standbein zur Sicherung der Pflege ihre Gedanken. Landesrätin Deeg beauftragte die Uni Bozen und Prof. Gottfried Tappeiner mit Lösungen. 2020 schlug der Landeshauptmann einen Pflicht-Beitrag auf den regionalen IRPEF-Zuschlag vor, die Idee verschwand aber in der Schublade. Es blieb bei der rein vom Land finanzierten Pflege: „Das sind wir unseren alten Leuten schuldig“, wiederholte Deeg stets gebetsmühlenartig.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1016553_image" /></div> <BR /><BR />Landeshauptmann Arno Kompatscher stellt klar, dass das Land seine Ausgaben nicht zurückfahren werde. „Derzeit bleiben wir dabei, dass das Pflegegeld einkommensunabhängig ausbezahlt wird“. Aber: Den Mehrbedarf für die Pflege könne man sicher nicht bei Schule und Sanität abzwacken. Auch Kompatscher spricht somit von einem „Versicherungselement“, das dazukommen soll. Und hier könnte dann sehr wohl nach Einkommen unterschieden werden.<h3> So könnte das Modell aussehen</h3>Konkret könnten Besserverdiener künftig vor die Entscheidung gestellt werden, über eine Pflegeversicherung ihren Beitrag zu leisten, wenn sie im Alter die volle Summe der höchsten Pflegestufen 3 und 4 (1350 Euro bzw. 1800 Euro) erhalten wollen. „Tun sie es nicht, gibt es weniger“, ließ sich Kompatscher entlocken. Noch sei aber nichts fix. Man arbeite an mehreren Modellen.<BR /><BR />Was man unter Besserverdiener versteht, ist auch eine Frage der Steuergerechtigkeit. Die Landwirtschaft zahlt wenig, Unternehmer drücken Gewinne durch Investitionen und selbst die Chefetage in der Poltítik bezieht einen gutes Teil des Salärs steuerfrei. Bei Lohnabhängigen scheint indes jeder Cent auf. <BR />