Mittwoch, 26. Januar 2022

Genesen reicht nicht mehr: Es braucht die Impfung

Für seine harte Linie, Genesene unter den suspendierten Mitarbeitern nicht wieder arbeiten zu lassen, wird der Sanitätsbetrieb als „päpstlicher als der Papst“ kritisiert. Rückenwind kommt aber aus Rom. „Genesen allein reicht nicht“ stellt die gesamtstaatliche Vereinigung der Ärztekammern in einem Rundschreiben klar. „Und ich gehe davon aus, dass sich alle daran anpassen müssen“, sagt der Chef des Rechtsamts des Sanitätsbetriebs, Marco Cappello.

Der Genesenen-Green-Pass reicht nicht für eine Rückkehr an den Arbeitsplatz in Spital und Heim, es braucht eine Impfung. - Foto: © shutterstock

1200 Mitarbeiter in Gesundheitsberufen (davon 541 des Sanitätsbetriebs) sowie 160 Angestellte in den Seniorenheimen sind suspendiert, weil sie der Impfpflicht nicht nachkamen. Viele von ihnen haben sich mit Covid infiziert, sind genesen und beantragen die Rückkehr in den Job. Der Sanitätsbetrieb lehnt dies unter Hinweis auf ein Gutachten der Staatsadvokatur von Oktober ab.

„Jetzt haben wir ein neues beantragt, denn es würde uns enorm helfen, diese Mitarbeiter wieder zu haben“, so Landesrätin Waltraud Deeg. In den Heimen gebe es nicht nur 160 Suspendierte, sondern auch viele Kündigungen aufgrund der Impfpflicht. Kritik am Sanitätsbetrieb kommt auch vom ASGB. „Wieder einmal sind wir päpstlicher als der Papst“, so Vorsitzender Tony Tschenett. Die Sache sei dringend zu klären. In ganz Italien lasse man die Genesenen wieder in den Dienst zurück.

Auch Genesene müssen Impfzyklus abschließen, um Dienst wieder antreten zu können

Unterstützung für den Sanitätsbetrieb kommt aber aus Rom. In einem Rundschreiben an alle lokalen Kammern stellte die gesamtstaatliche Kammer der Ärzte und Zahnärzte gestern klar, dass „genesen allein“ nicht reicht. Auch Genesene müssten den Impfzyklus abgeschlossen haben, um ihren Dienst wieder antreten zu können.

„Wir hatten mit unserer vorsichtigen Linie zum Schutze der Patienten also Recht“, frohlockt der Leiter der Rechtsamts des Sanitätsbetriebs. Voraussetzung für den Dienstantritt von Suspendierten sei ein abgeschlossener Impfzyklus. „Und das bedeutet seit 15. Dezember 3 Impfungen“, so Marco Cappello. Wer bereits 2 Mal geimpft und dann erkrankt sei, könne wohl arbeiten, denn die Genesung sei mit der Booster-Impfung gleichzusetzen. „Auf jeden Fall aber ist klar, dass die reine Genesung ohne Impfung nicht ausreicht, um zu arbeiten“, so Cappello. Er geht davon aus, dass sich dieser Klarstellung der gesamtstaatlichen Ärztekammer alle Berufskammern anpassen müssen.

Denn: Mit 26. November hat der Staat die Überwachung der Impfpflicht vom Sanitätsbetrieb an die Kammern übertragen. Diese haben inzwischen die Suspendierungen für all jene Mitglieder aufgehoben, die einen ärztlichen Bescheid vorlegten, wonach sie aufgrund einer Genesung für einige Monate nicht geimpft werden können. „Wie alle Kammern in Italien“, sagt Liliana Favari von der Kammer der Krankenpfleger. Genutzt habe es den Betroffenen wenig, denn der Sanitätsbetrieb untersage den Zutritt zum Arbeitsplatz.

Ungemach könnte zudem dem Trentiner Sanitätsbetrieb drohen, welcher Genesene wieder ihren Dienst antreten ließ. „Diese Klarstellung aus Rom stellt nicht nur uns Kammer vor ein Problem, sondern vor allem den Sanitätsbetrieb, der ja der Arbeitgeber dieser genesenen Mitarbeiter ist“, sagt Marco Ioppi, Präsident der Trentiner Ärzte- und Zahnärztekammer.

bv

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Daniel Haller
26. Januar 2022 06:23
Und don plerren sie herum dass sie koane Ärzte hoben