<b>von Janos I. Szirtes</b><BR /><BR />Die Idee des Kaufs Grönlands wurde erstmals unter US-Präsident Andrew Johnson 1867 versucht. US-Präsident Harry S. Truman (Demokraten) hat dies 1946 wiederholt und ergebnislos 100 Millionen Dollar Kaufpreis angeboten. Ein Kauf ist aber nach dem Autonomievertrag von 2009 nicht möglich, das Land gehört den Grönländern. Es geht kaum um Sicherheitsinteressen, denn diese besitzen die USA bereits mit dem Militärstützpunkt Pituffik, der zur Überwachung von Raketenstarts und Weltraunmaktuivitäten dient.<BR /><BR />Mit einem Vertrag von 1951 sind die USA zudem bevollmächtigt, jedweden Angriff auf Grönland zu verhindern, und die Erweiterung schloss Dänemark nicht aus. <BR /><BR />Nun aber geht um die zukünftige Bedeutung des zwölftgrößten Territoriums der Welt. Die Insel hat eine strategische Bedeutung, weil sie die Frühwarnung für die USA um die Hälfte verkürzt und auch das Angriffspotenzial viel näher an Russland rückt. Weiters hat die Insel einen erheblichen Teil der Öl- und Gasreserven der Welt, aber auch Uran, dessen Abbau verboten ist. Auch Seltene Erde hat man, womit das chinesische Monopol gebrochen werden könnte. Die Rohstoffvorkommen werden nur teilweise gefördert, doch wegen der zunehmenden Klimaänderung dürfte dies nicht so bleiben. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1142475_image" /></div> <BR /><BR />Trumps Vorstoß hat mit günstigen Rohstoff-Förderlizenzen zu tun, zielt aber nicht darauf, Kompromisse zu erreichen.<BR /><BR />Im Zuge der Klimaänderung wird das Land vom Eis befreit. Zur Jahrhundertwende wird es grün. Während am Äquator die steigenden Temperaturen das Leben unmöglich machen, geht in Grönland ein gegenteiliger Prozess vor sich. Die Eismeere verschwinden, es wird schiffbar, der Weg nach Europa, Russland und Fern-Ost wird kürzer. Die Migration kann sich in diese Richtung orientieren – so wie früher in den USA und Kanada.<BR /><BR />Grönland ist von Dänemark innenpolitisch, aber nicht ökonomisch unabhängig. Gemäß Autonomievertrag kann es einseitig die Selbstständigkeit ausrufen. Eines Tages kommt es dazu, denn alle Parteien treten dafür ein; doch solange Dänemark die Hälfte des grönländischen Budgets begleicht, wäre dies kontraproduktiv. <BR /><BR />Ein Eintritt Grönlands in die USA würde Fragen nach Eigentumsrechten der Bodenschätze, Fischerei-, Umwelt- und Einwanderungsrechte aufwerfen, was für das Land lebenswichtig, aber innerhalb der USA nicht nach grönländischen Interessen ausgerichtet ist. Zudem sind 85 Prozent der Grönländer gegen den Anschluss an die USA. <BR /><BR />Tramp interessieren diese Stellungnahmen allerdings nicht; er meint, die Grönländer wollen den Anschluss, um unter seiner Führung Teilhaber der herrlichen Zeiten zu sein, vor denen die USA stehen. Er kann allerdings das Land durch Beeinflussung oder Kauf der Parteien und jedes einzelnen Grönländers vom „Gegenteil“ überzeugen. <BR /><BR /> Warum? Eigentlich, um als Gebiets-vergrößernder Präsident in die Geschichte einzugehen. Friedlich, aber wenn es nicht anders geht, mit Gewalt. Das wäre sehr imperialistisch und äußerst antiamerikanisch.