Montag, 17. Mai 2021

Georgia Meloni: „Ich bereite mich vor, um Italien zu regieren!“

Die italienische Rechtspolitikerin Giorgia Meloni (44) will zur ersten Premierministerin ihres Landes aufrücken.

Georgia Meloni: „Ich bin schon rechts geboren!“.
Georgia Meloni: „Ich bin schon rechts geboren!“. - Foto: © ANSA / ETTORE FERRARI / FRR / FRR
In einem Interview mit RAI 3 am vergangenen Sonntag, versicherte die Chefin der Rechtspartei „Fratelli d ́Italia“ (Brüder Italiens): „Ich bereite mich darauf vor, Italien zu regieren. Ich bin bereit, das zu tun, was die Italiener von mir fordern und ich bin mir der Verantwortung, die ich übernehmen würde, voll bewusst“.

Melonis Gruppierung liegt bei 18,2 Prozent

„Ich zittere vor dem Gedanken, das Land zu regieren, doch was tue ich in der Politik, wenn ich mich Herausforderungen nicht stellen will?“, fragte die Rechtspopulistin.

Melonis Gruppierung liegt in den Umfragen derzeit bei 18,2 Prozent, was einer Verdoppelung im Zeitraum von 2 Jahren entspricht. Die einzige Oppositionspartei im italienischen Parlament hat damit bereits die populistische 5-Sterne-Bewegung überholt, die bei 17,7 Prozent liegt.

Als politische Prioritäten nannte sie Familienpolitik und die Unterstützung von Unternehmen. Regulär finden die nächsten Parlamentswahlen Mitte 2023 statt.

Schrill und verbal aggressiv

Die gebürtige Römerin aus Garbatella amtierte bereits als Jugendministerin in der Regierung von Silvio Berlusconi (2008-2011). Ihre Auftritte sind schrill und verbal aggressiv. Meloni wettert unermüdlich gegen illegale Einwanderung, hohe Steuern und die Brüsseler Technokratie.

Sie will die italienische „Identität“ vor der Globalisierung verteidigen und richtet sich dabei vor allem an jene Italiener, die die Coronakrise stark zu spüren bekommen: Kleinunternehmer, Selbstständige und Handwerker, die um ihre Zukunft bangen. In ihren Wahlreden verweist Meloni auch gern auf Italiens christliche Wurzeln und die Werte der konservativen Familie.

„Ich bin schon rechts geboren!“

Mit 15 Jahren trat sie der Jugendbewegung des postfaschistischen „Movimento Sociale Italiano“ bei. Später sammelte sie politische Erfahrung bei der „Alleanza Nazionale“ von Gianfranco Fini, einem langjährigen Verbündeten Berlusconis.

Seit 2006 ist Meloni Abgeordnete im Parlament. Im Jahr 2008 wurde sie unter Berlusconi im Alter von 31 Jahren Jugend- und Sportministerin. Seit 2014 steht sie an der Spitze der 2013 gegründeten „Brüder Italiens“. Der Parteiname stammt aus der Anfangsstrophe der italienischen Nationalhymne „Fratelli d'Italia“.

Auf die Frage, ob sie oder Salvini politisch weiter rechts stehen, antwortet Meloni: „Ich bin schon rechts geboren!“.

Ein Fixstern im Mitte-Rechts-Block


Zu Melonis Sympathisanten zählen nicht nur Nostalgiker des faschistischen Diktators Benito Mussolini, sondern bereits auch einige moderate Rechtswähler. Ihre Partei sei schon lange kein politischer Außenseiter mehr, sondern ein Fixstern im Mitte-Rechts-Block, und habe die seit Jahren dahinsiechende Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi in den Schatten gedrängt.

apa/stol