Montag, 30. Mai 2016

Gerettet: 25 Überlebende kommen nach Südtirol

Mit der Verlagerung der Flüchtlingsroute vom Balkan in das zentrale Mittelmeer mehren sich die tödlichen Zwischenfälle. Innerhalb weniger Tage kamen Hunderte Menschen ums Leben. Die Überlebenden werden nun verteilt. 25 Migranten kommen nach Südtirol.

Das Mittelmeer als Massengrab: Hunderte Menschen sind in den vergangenen Tagen bei Bootsunglücken ertrunken. Die Überlebenden werden nun auf Italien verteilt.
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Das Mittelmeer als Massengrab: Hunderte Menschen sind in den vergangenen Tagen bei Bootsunglücken ertrunken. Die Überlebenden werden nun auf Italien verteilt. - Foto: © LaPresse

Das zentrale Mittelmeer wird einmal mehr zur tödlichen Falle für Migranten auf dem Weg nach Europa. Binnen weniger Tage sind vermutlich mehr als 700 Menschen bei dem Versuch umgekommen, mit Schlepperbooten von Nordafrika nach Italien zu gelangen. Die Zahlen gründeten auf Aussagen von Überlebenden, sagte Carlotta Sami vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Rom.

629 Überlebende werden nun verteilt

Am Sonntag wurden im Hafen von Reggio Calabria erneut 629 Überlebende und 45 Leichen an Land gebracht. Unter den Toten waren 36 Frauen, sechs Männer und drei Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren, wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtete.

Wie italienische Medien berichten, würden die Überlebenden der Bootsunglücke nun auf Italien verteilt. 100 Migranten würden demnach in Friaul-Julisch-Venetien untergebracht, 300 in der Lombardei, 125 in Kampanien, 20 in der Basilikata, 34 in Kalabrien. Südtirol und das Trentino sollen jeweils 25 Migranten aufnehmen.

Renzi: Den Menschen zuhause helfen

Regierungschef Matteo Renzi forderte, das Problem an der Wurzel zu bekämpfen, um der Migration die Grundlage zu entziehen. „Wir müssen den Menschen zu Hause helfen, mit mehr Geld für internationale Entwicklungshilfe als ersten Schritt“, sagte er dem katholischen Blatt „Avvenire“ (Sonntag). Nach der Schließung der Balkanroute ist Italien zum Haupttor für Migranten nach Europa geworden.

dpa/stol

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