Mittwoch, 19. August 2020

Gericht in Rom lehnt Einspruch von Disko-Betreibern ab

Ein Verwaltungsgericht in Rom hat am Mittwoch einen Einspruch der Betreiber von Tanzlokalen gegen das Verbot der italienischen Regierung abgelehnt, Diskotheken aus Sorge um die Verbreitung des Coronavirus zu schließen. Der Regierungserlass, mit dem Diskos bis 7. September geschlossen werden, sei rechtskonform, urteilte das Gericht.

Italiens Diskotheken und Tanzlokale bleiben vorerst bis Anfang September geschlossen.
Italiens Diskotheken und Tanzlokale bleiben vorerst bis Anfang September geschlossen. - Foto: © shutterstock
Nachdem Italien seit Montag wegen der wieder steigenden Corona-Zahlen alle Diskotheken des Landes geschlossen hat, stehen die Betreiber von Tanzlokalen mit der Regierung auf Kriegsfuß und haben Klage eingereicht ( STOL hat berichtet). Sie beklagten erhebliche Schäden und eine „Kriminalisierung“ der Tanzlokale durch die Regierung.

Dramatischer Schlag für ganzen Sektor

„Man will die Diskotheken bestrafen, obwohl man sich auch am Strand, in Restaurants oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln ansteckt. Es ist offenkundig, dass nicht Diskos das wahre Problem sind“, kritisierte der Präsident des SILB-Verbands, Maurizio Pasca, laut Medienberichten. Die Schließung der Lokale am Höhepunkt der Sommerzeit sei ein dramatischer Schlag für einen ganzen Sektor, der wegen des Lockdowns bereits schwere Schäden erlitten habe.

Maskenpflicht zwischen 18.00 und 6.00 Uhr

Vom Regierungsverbot betroffen, sind in Italien auch Stranddiskos im Freien und alle anderen Tanz-Events draußen. Außerdem ordnete die Regierung an, dass in der Zeit zwischen 18.00 Uhr und 6.00 Uhr auf Plätzen, wo sich in Italien gerne viele Menschen treffen, und bei Ansammlungen vor Lokalen eine Maskenpflicht gilt ( STOL hat berichtet). Hintergrund der Verschärfung ist auch, dass sich in Italien zunehmend jüngere Menschen mit dem SARS-CoV-2-Virus anstecken.

Am Montag hatte Landeshauptmann Arno Kompatscher eine Dringlichkeitsmaßnahme unterzeichnet, die die Maskenpflicht bei Menschenansammlungen und die Schließung der Diskotheken, wie auf nationaler Ebene, auch für Südtirol übernimmt.

apa/stol