Montag, 09. März 2020

Gespannte Ruhe am griechischen Grenzübergang Kastanies

Vor dem Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Brüssel ist es am griechisch-türkischen Grenzübergang Kastanies in der Nacht zu Montag ruhig geblieben.

Tausende Flüchtlinge warten an der türkisch-griechischen Grenze.
Tausende Flüchtlinge warten an der türkisch-griechischen Grenze. - Foto: © APA (AFP/Archiv) / SAKIS MITROLIDIS
Dies berichteten der staatliche griechische Rundfunk (ERT) und andere griechische Medien am Montagmorgen unter Berufung auf die Polizei. Nur einige Menschen hätten Steine von der Türkei über die Grenze nach Griechenland geworfen.

Am Wochenende hätten griechische Sicherheitskräfte etwa 1650 Menschen daran gehindert, den Grenzfluss Evros zu überqueren oder einen Zaun am Grenzübergang von Kastanies/Pazarkule zu überwinden und damit in die EU zu kommen, hieß es weiter. Die Polizei habe zudem am Sonnntag zwei Menschen festgenommen, die es geschafft hätten, griechischen Boden zu erreichen.

Die griechische Polizei hatte auch am Wochenende mehrfach Tränengas und Blendgranaten eingesetzt, um größere Migrantengruppen daran zu hindern, den Grenzposten Kastanies zu durchbrechen.

Auf den Inseln im Osten der Ägäis sind am Wochenende nach offiziellen Angaben kaum Migranten angekommen. Lediglich 17 Menschen setzten demnach mit einem Schlauchboot aus der Türkei zur griechischen Insel Kos über.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wird am Montagnachmittag zu Gesprächen in Brüssel erwartet. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und EU-Ratschef Charles Michel dürften bei dem Treffen (18.00 Uhr) darauf dringen, dass die Türkei sich wieder an das gemeinsame Flüchtlingsabkommen von 2016 hält. Erdogan hatte am 29. Februar erklärt, die Grenze zur EU sei für Migranten offen. Tausende Menschen machten sich daraufhin auf den Weg Richtung EU.

dpa

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